Fußball EM
Russland liegt Kroatien zu Füßen

Dank des 3:2-Erfolges Kroatiens in England hat Russland den Sprung auf den EM-Zug geschafft. Nach dem Wunder schickte Russland "Liebesgrüße aus Moskau" an die Adria. Die Kroaten verspotten unterdessen das Mutterland.

Es ist die Überraschung der EM-Qualifikation. Russland hat in letzter Sekunde das Fußball-Mutterland England ausgestochen und den Sprung zur Endrunde 2008 in Österreich und der Schweiz geschafft. Und das nur dank der tatkräftigen Hilfe Kroatiens, dass am Mittwoch einen 3:2-Erfolg im Londoner Wembleystadion verbuchte. Russland liegt den ebenfalls qualifizierten Kroaten zu Füßen.

Wenn das "unmoralische Angebot" aus Russland tatsächlich gilt, werden Mladen Petric von Borussia Dortmund und Ivica Olic vom Hamburger SV wohl bald stolze Besitzer eines neuen Autos mit einem Stern auf der Kühlerhaube sein. Schließlich hat es die russische Nationalmannschaft nicht zuletzt den beiden kroatischen Bundesliga-Profis zu verdanken, dass sie im Juni 2008 wie durch ein Wunder doch noch zur Euro nach Österreich und in die Schweiz fahren darf - und eben nicht England.

Petric und Olic bald im Mercedes?

Für die drei besten kroatischen Feldspieler sowie Torhüter Stipe Pletikosa hatte Leonid Fedun, Milliardär und zudem Big Boss des russischen Erstligisten Spartak Moskau, jeweils einen Mercedes ausgelobt, sollte den Kroaten ein Sieg gegen England gelingen und Russland dadurch zur Euro fahren dürfen. Nun, verlangte die Zeitung Komsomoliskaja Prawda, müsse natürlich Wort gehalten werden: "Wir hoffen, dass Abramowitsch, Fedun und andere Persönlichkeiten unseren Brüdern ihren Dank aussprechen werden."

Torschütze Olic holte nach dem Sieg in London zum verbalen Rundumschlag gegen die "Three Lions" aus. "England bekam, was es verdiente, weil es uns unterschätzt hat. Sie sind herzlich willkommen, im kommenden Sommer die Pracht der kroatischen Adriaküste zu genießen", sagte der HSV-Stürmer.

Olic und Petric erzielten zwei der drei Treffer im Wembley-Stadion, von Russlands niederländischem Trainer Guus Hiddink gab es für sie und ihre Teamkollegen zunächst mal Lob und Hochachtung: "Kroatien hat wahrhaft Charakter bewiesen und die Prinzipien des Fair Play geachtet", sagte er. Der letzte Spieltag der Gruppe E sei nach dem 1:2 seiner Mannschaft vier Tage zuvor in Israel wie "russisches Roulette" gewesen, sagte Hiddink: "Und wir hatten nur eine Chance zu überleben."

Die Russen gewannen in Andorra durch einen Treffer von Dimitri Sytschew (39.) mühevoll mit 1:0, das Überleben aber sicherten ihnen die Kroaten durch den Sieg in England. Entsprechend fielen auch die Reaktionen in Russland aus.

"Am Ende hat der Sport gesiegt"

Die Zeitung Sowjetski Sport druckte ihr Dankeschön an die Kroaten gleich in deren Landessprache, der Sport Express titelte auf Seite eins: "Es ist ein Wunder." Hiddink mochte da nicht zustimmen: "Ich glaube nicht an Wunder, ich habe geglaubt, dass wir eine kleine Chance haben. Am Ende hat der Sport gesiegt."

Allzu große Euphorie mochte auch der Präsident des russischen Verbandes RFS nicht an den Tag legen. Selbstverständlich, sagte Witalij Mutko, "haben wir diesen Erfolg verdient". Allerdings sei dieser noch kein Beweis dafür, dass sich die Arbeit seitens des Verbandes auszahle - und Wunderdinge seien bei der Endrunde gleich gar nicht zu erwarten von der unter Hiddink doch stark verjüngten Mannschaft: "Wir machen gerade erst unsere ersten Schritte in die richtige Richtung", betonte Mutko.

© SID

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