Fußball EM
Spanien und Italien in EM-"Quali" unter Zugzwang

In der Qualifikationsrunde für die EM 2008 stehen heute insgesamt 22 Partien auf dem Programm. Besonders unter Druck steht der spanische Trainer Luis Aragones, der mit seinem Team in Schweden zu Gast ist.

Wenn heute die insgesamt 22 Qualifikationsspiele für die Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz angepfiffen werden, stehen bei den südeuropäischen Fußball-Nationen vor allem deren Trainer im besonderen Blickpunkt. Denn nur im Erfolgsfall dürften sich die Wogen rund um Roberto Donadoni, Luis Aragones und Otto Rehhagel nach dem kommenden Wochenende ein wenig glätten.

"Nationalteam ist ein Witz"

Besonders bei den Spaniern stehen die Zeichen vor dem Duell in Schweden derzeit auf Sturm. Nachdem Mannschaftskapitän Raul erstmals seit zehn Jahren nicht für die Landesauswahl nominiert worden war, meldete sich der von Aragones ebenfalls nicht berücksichtigte Joaquin mit heftiger Kritik am Coach zu Wort. "Das Nationalteam ist ein Witz. Es herrscht Chaos und nicht einmal der Trainer weiß, welchen Weg er einschlagen soll", meinte der Mittelfeldspieler vom FC Valencia.

Aragones, der bereits nach dem Achtelfinal-Aus bei der WM in der Kritik stand und nach der 2:3-Pleite im letzten Quali-Spiel in Nordirland seinen Rücktritt angeboten hatte, weiß um seine prekäre Lage. "Wir müssen in Schweden um jeden Preis gewinnen", sagt der 68-Jährige: "Ein Unentschieden wäre nicht das Ende der Welt, aber es wäre bestimmt kein gutes Ergebnis." Schweden führt die Gruppe mit der Maximal-Punktzahl von sechs an.

"Ich bin Otto Rehhagel"

Nicht minder turbulent geht es vor der Partie gegen Norwegen in Griechenland zu. Nachdem auch dort einige Personalentscheidung Rehhagels für Irritationen gesorgt hatten, antwortete der deutsche Coach mit einer Wutrede. "Ich funktioniere zwar nicht so, wie ihr es gerne hättet, aber ich bin Otto Rehhagel", schmetterte der 68-Jährige den griechischen Medien entgegen. Diese gaben auf Grund der großen Beliebtheit des Trainers im Volk vorerst klein bei.

Ob es im Land des Weltmeisters bei einer erneuten Enttäuschung gegen die Ukraine für Trainer Donadoni ähnlich glimpflich verlaufen würde, ist hingegen ungewiss. Einem Remis zum Quali-Auftakt gegen Litauen folgte die Pleite in der Neuauflage des WM-Finals gegen Frankreich. "Die ersten beiden Spiele sind nicht gut gelaufen. Gegen die Ukraine zählt jetzt nur ein Sieg", fordert Stürmer Luca Toni, der beim 3:0-Sieg im WM-Viertelfinale zwei Tore gegen die Osteuropäer erzielte: "Dass wir als Weltmeister nicht bei der Euro dabei wären, ist unvorstellbar."

Frankreich in Schottland zu Gast

In Frankreich, England und den Niederlanden können drei weitere große Fußball-Nationen ihre Spiele am Samstag hingegen ein wenig entspannter angehen. Alle haben nach ihren ersten beiden Partien jeweils sechs Punkte auf dem Konto. Die Franzosen treten in Schottland an, England trifft auf Mazedonien und "Oranje" reist nach Bulgarien. Allerdings sind die Niederländer im Vorfeld der Partie ebenfalls nicht von Unruhe verschont geblieben.

So erklärten der Mittelfeldspieler Mark van Bommel vom deutschen Rekordmeister Bayern München und Stürmerstar Ruud van Nistelrooy (Real Madrid) wegen Meinungsverschiedenheiten mit Bondscoach Marco van Basten ihren Rücktritt aus der Elftal. Formschwankungen und Verletzungen bei einigen Leistungsträgern machen das Gastspiel in Sofia nicht einfacher.

In der deutschen Gruppe kommt es derweil zu den Duellen zwischen Wales und der Slowakei, Tschechien und San Marino sowie Zypern und Irland.

© SID

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