Fußball EM
Spielabbruch in Dänemark - Tschechen enttäuschen

In der Qualifikation zur Euro 2008 hat Referee Herbert Fandel die Partie zwischen Dänemark und Schweden beim Stand von 3:3 abgebrochen. Tschechien kam in der "deutschen" Gruppe D nicht über ein 0:0 in Wales hinaus.

Eine Fanattacke auf den deutschen Schiedsrichter Herbert Fandel im hitzigen Duell zwischen Dänemark und Schweden hat den Spieltag in der Qualifikation für die EM 2008 überschattet. Der Fifa-Referee aus Kyllburg musste die Begegnung in Kopenhagen beim Stand von 3:3 in der 89. Minute abbrechen, nachdem ein Zuschauer auf den Platz gelaufen war und Fandel tätlich angegriffen hatte. Nun muss die Disziplinarkommission der Europäischen Fußball-Union Uefa über die Wertung des Spiels entscheiden.

Tschechien stolpert in Wales

Der Eklat warf einen dunklen Schatten auf einen Spieltag, an dem die Favoriten glanzlose Pflichtsiege errungen und der deutsche Gruppengegner Tschechien sich einen Ausrutscher geleistet hatte. Die Mannschaft von Trainer Karel Brückner kam in Wales nach einer weitgehend schwachen Leistung nicht über ein 0:0 hinaus und ermöglichte dem walisischen Mittelfeldstar Ryan Giggs damit einen gelungenen Abschied von der internationalen Bühne. Tschechien hat nach sieben Spielen 14 Punkte auf dem Konto und liegt damit zwei Zähler hinter Deutschland, das zudem ein Spiel weniger absolviert hat.

WM-Finalist Frankreich gewann das Spitzenspiel der hochkarätig besetzten Gruppe B gegen die Ukraine durch Tore des von Bayern München umworbenen Franck Ribery (57.) und Nicolas Anelka (71.) 2:0 und übernahm damit die Tabellenführung.

Italien, das sich zu einem 2:1 auf den Färöern quälte, liegt mit 13 Punkten hinter der "Equipe Tricolore" (15) auf dem zweiten Platz. Filippo Inzaghi wiederholte seinen Doppelpack aus dem Finale der Champions League (12./48.), Rogvi Jacobsen schaffte nur noch den Anschlusstreffer für den Außenseiter. Auch Spanien, dass in Lettland auch um den Job von Trainer Luis Aragones spielte, feierte einen wichtigen Sieg: David Villa (45.) und Xavi (60.) schossen für die Iberer ein 2:0 heraus und wahrten damit die Chance auf ein direktes EM-Ticket.

Poulsen sieht Rot - Fan dreht durch

Im Parken-Stadion von Kopenhagen hatte ein kurioser Spielverlauf die Emotionen hochkochen lassen. Nach einem 0:3-Rückstand nach nur 26 Minuten hatten die Dänen mit einer Energieleistung noch den Ausgleich erzwungen. Auslöser für die Fanattacke war dann eine Elfmeter-Entscheidung Fandels nach einem Foul des ehemaligen Schalker Bundesliga-Profis Christian Poulsen, der den schwedischen Stürmer Markus Rosenberg von Werder Bremen angegangen hatte. Noch bevor der Strafstoß ausgeführt werden konnte, war der Fan auf den Platz gestürmt und hatte den Skandal ausgelöst.

Ganz klar auf EM-Kurs liegt weiter Polen, ein Bundesliga-Duo musste den WM-Teilnehmer in Baku aber vor einer Blamage retten. Ebi Smolarek (63.) von Borussia Dortmund und Jacek Krzynowek (66./90.) vom VfL Wolfsburg sorgten nach einem frühen Gegentor von Branimir Subasic (6.) für das mühsame 3:1 des Tabellenführers der Gruppe A in Aserbaidschan, der Nummer 103 der Fifa-Weltrangliste. Verfolger Serbien (14) hat trotz eines 2:0 in Finnland ebenso fünf Punkte Rückstand auf Polen wie Vize-Europameister Portugal nach dem 2:1 in Belgien.

Türkei verliert in Bosnien-Herzegowina

Die Auswahl der Türkei patzte in Bosnien-Herzegowina. Die Türken kassierten mit einem 2:3 in Sarajevo ihre erste Niederlage, Europameister Griechenland und Trainer Otto Rehhagel nutzten die Gunst der Stunde und eroberten durch ein 2:0 gegen Ungarn die Spitze vom Erzrivalen zurück. Klaus Toppmöller muss die Hoffnung auf ein EM-Ticket nach dem 0:1 mit Georgien in Litauen in der Gruppe B dagegen wohl endgültig begraben.

In Cardiff taten sich die Tschechen gut zwei Monate nach dem 1:2 gegen Deutschland in Prag sehr schwer und spielten sich kaum Torchancen heraus. In der zweiten Halbzeit hätte Giggs eine starke Abschiedsvorstellung nach einem Sololauf über fast 50 Meter sogar mit einem Tor krönen können, doch Welttorhüter Petr Cech parierte.

Giggs wurde bei seiner Auswechslung in der 89. Minute mit Ovationen der Fans verabschiedet. Der Linksaußen von Manchester United lief zum 64. und letzten Mal für Wales auf und hatte schon bei der Nationalhymne mit den Tränen gekämpft. Am 16. Oktober 1991 hatte Giggs' Länderspiel-Karriere bei einem 1:4 gegen Deutschland in Nürnberg begonnen.

© SID

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