Fußball EM
Tolga: "Spiele da, wo mich der Trainer hinstellt"

Der dritte Torwart der türkischen Nationalmannschaft, Tolga, würde im EM-Halbfinale aufgrund der Personalnot auf allen Positionen spielen. Bis zu neun Spieler fehlen Trainer Terim.

Das Lazarett lichtet sich bei der türkischen Nationalmannschaft kaum, aber zumindest Ersatztorhüter Tolga steht für einen Einsatz als Feldspieler Gewehr bei Fuß. "Ich spiele da, wo mich der Trainer hinstellt", sagte der dritte Torhüter der Türkei vor dem EM-Halbfinale gegen Deutschland am Mittwoch in Basel (20.45 Uhr/live im ZDF).

Dem türkischen Trainer Fatih Terim stehen vor dem Spiel gegen den WM-Dritten derzeit nur noch zwölf gesunde Feldspieler zur Verfügung. Deshalb fragte der türkische Verband am Sonntag bei der Europäischen Fußball-Union (Uefa) an, ob er einen Torwart auch als Feldspieler einwechseln darf. Die Uefa erklärte, dass darin kein Problem bestehe, solange der vierte Schiedsrichter darüber in Kenntnis gesetzt werde.

Am Mittwoch untermauerte der "Imperator" erneut, dass er Tolga in einer Notsituation als Feldspieler einwechseln wird. "Tolga ist zwar nicht unbedingt ein toller Fußballer. Aber wenn Not am Mann ist, dann werde ich ihn bringen", sagte der 54-Jährige.

Zuvor hatte sich am Sonntagabend Stürmerstar Nihat bei seinen Mitspielern verabschiedet. Der Angreifer vom spanischen Erstligisten FC Villarreal, der zwei EM-Tore für die Türken erzielt hatte, reiste zu weiteren Untersuchungen nach Spanien. Dagegen startet der an einer Wadenverletzung leidende Emre Belözoglu am Montag einen Trainingsversuch. Ein Einsatz gegen die DFB-Auswahl ist dennoch weiter fraglich.

Sicher fehlen im Halbfinale gegen Deutschland der gesperrte Verteidiger Emre Asik sowie die Mittelfeldspieler Tuncay und Arda (jeweils zweite Gelbe Karte). Neben Emre Güngör, für den das Turnier nach einem Muskelfaserriss bereits beendet ist, wird voraussichtlich auch Abwehrspieler Servet (Innenbanddehnung im Knie) ausfallen. Fraglich ist zudem der Einsatz von Mittelfeldspieler Tümer (Leistenprobleme).

Die Türkei darf trotz der personellen Probleme keine Spieler nachnominieren. Der türkische Verband hat bislang aber auch kein entsprechendes Gesuch an die Uefa gestellt.

© SID

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