Fußball EM
Toppmöller: "Die Jungs sind heiß"

Georgiens Nationaltrainer Klaus Toppmöller hofft am Samstag im Testspiel gegen die DFB-Elf auf eine Überraschung. "Natürlich wollen wir gewinnen, aber dafür müsste alles perfekt laufen", sagte der 56-Jährige.

Geplant war alles ganz anders. Anfang des Jahres schien das Engagement von Klaus Toppmöller bei Regionalligist TSG Hoffenheim nur noch Formsache, als sich der Trainer doch noch anders entschied und sich auf die Bank der georgischen Nationalmannschaft setzte. Am Samstag (20.00 Uhr/live im ZDF) kommt es somit für den dreimaligen deutschen Nationalspieler in Rostock zum Aufeinandertreffen mit seinem Heimatland.

Diese Entscheidung hat Toppmöller, der seit dem 1. Februar die Mannschaft aus dem 4,7 Millionen Einwohner zählenden Land im Kaukasus betreut, nicht bereut. "Ich wurde sensationell in Georgien empfangen. Und obwohl ich mehrere gute Angebote hatte, war für mich ausschlaggebend, dass es hier sehr viele gute Einzelspieler gibt. Aus einem Team mit Spielern wie Lewan Kobiaschwili von Schalke 04 oder Kacha Kaladse vom AC Mailand kann man eine schlagkräftige Truppe machen", sagte der dreifache Familienvater aus Rivenich an der Mosel.

Verbandspräsident wohnt in Heidelberg

Toppmöller bestimmt die Geschicke seines Teams weitgehend von seinem Heimatort aus. Für den 56-Jährigen ist diese Amtsführung in vielerlei Hinsicht von Vorteil. Von Deutschland aus hat Toppmöller seine Spitzenspieler, die alle im Ausland unter Vertrag stehen, besser im Blick. Dazu wohnt der Verbandspräsident in Heidelberg, und als Vertraute hat der Coach seinen Bruder Heinz sowie seinen Assistenten Ralf Minge nach Osteuropa geschickt.

In den ersten drei Monaten seiner Amtszeit war aber auch Toppmöller fast durchgehend in Georgien, um sich einen Überblick zu verschaffen und zu orientieren. "Wir mussten bei Null anfangen. Hier war alles ziemlich am Boden. Die Liga hat maximal das Niveau der deutschen Regionalliga. Aber es gibt viele gute Spieler, die in jungen Jahren schon nach Russland oder in die Ukraine gehen und so mehr oder weniger verloren gehen. Die muss man quasi erst einmal wieder ausgraben", berichtete der Rekord-Torschütze des 1. FC Kaiserslautern (108 Tore in 204 Bundesligapartien).

"Die Jungs sind heiß und wollen sich zeigen"

Die Partie gegen sein Heimatland sieht der Ingenieur für Versorgungstechnik nicht als besonderes Spiel. Für Toppmöller, der im Oktober 2004 bei Bundesligist Hamburger SV entlassen wurde, steht die Mannschaft im Vordergrund: "Die Jungs sind heiß und wollen sich zeigen. Natürlich wollen wir auch gewinnen, aber dafür müsste alles perfekt laufen. Mir würde es schon reichen, wenn wir uns Respekt erarbeiten könnten."

© SID

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