Fußball EM
Trainer der Top-Nationen stehen unter Druck

Drei Trainer stehen vor den heutigen EM-Qualifikationsspielen mit dem Rücken zur Wand. Steve Mcclaren (England), Roberto Donadoni (Italien) und auch Otto Rehhagel (Griechenland) müssen offenbar um ihren Job bangen.

Eines haben Otto Rehhagel, Roberto Donadoni und Steve Mcclaren gemeinsam: Die Trainer von Europameister Griechenland, Weltmeister Italien und des Fußball-Mutterlandes England brauchen heute in der EM-Qualifikation unbedingt Erfolge, wenn sie sicher sein wollen, dass sie ihren Job auch in Zukunft ausüben dürfen.

Am akutesten gefährdet ist offenbar Mcclaren, auf den sich die britischen Medien nach zuletzt fünf Spielen ohne Sieg eingeschossen haben. Die Tageszeitung "The Mirror" gab dem Teammanager den Spitznamen "Mad Mac" (Wahnsinniger Mac). Für seine Verteidigung der Leistung des Teams beim 0:0 in Israel hatte das Boulevard-Blatt "The Sun" nur Hohn und Spott übrig. Mcclaren befinde sich auf dem "Planeten Donut", und er sei "ein Manager, der in einer Märchenwelt lebt".

England will sich gegen Andorra rehabilitieren

Mit einem Erfolg beim Fußball-Zwerg Andorra in Barcelona und dem Ende der schlechtesten Serie seit 26 Jahren will sich das Team rehabilitieren. "Wir waren sehr enttäuscht nach dem Israel-Spiel. Es war wahr sehr still in der Kabine", sagte Owen Hargreaves vom deutschen Meister Bayern München. Der englische Verband FA dementierte energisch Zeitungsberichte, nach denen Mcclaren nach dem Barcelona-Spiel zum Rapport antreten müsse.

Trotz der Spekulationen um seine Person, des zurückliegenden torlosen Remis in Israel und seiner angeblichen Auseinandersetzung mit Stürmerstar Wayne Rooney - diese Berichte bezeichnete der Teammanager am Montag als "absoluten Müll" - will sich Mcclaren nicht verunsichern lassen. "Es geht nicht darum, ob ich unter Druck bin. Es geht darum, dass wir unseren Job machen. Wir müssen gegen Andorra und im Juni gegen Estland gewinnen", sagte der Coach, der sich zuletzt auch den Spitznamen "Mcclown" gefallen lassen musste und dessen Team als Dritter der Gruppe E (acht Punkte) hinter Kroatien (13) und Russland (11) vor dem Scheitern steht.

Weltmeister Italien gegen Schottland unter Druck

Ein ähnliches Bild zeigt sich in Gruppe B. Dort liegt Italien vor dem Duell gegen den überraschenden Spitzenreiter Schottland in Bari mit lediglich sieben Punkten auf dem vierten Platz. Angesichts der Tabellensituation ist es nicht verwunderlich, dass auch die italienischen Medien über das Ende der Amtszeit ihres Trainers spekulieren.

Wie Mcclaren ging aber auch Donadoni, der seit August 2006 die "Squadra Azzurra" als Nachfolger von Marcello Lippi trainiert, in die Offensive und wehrte sich gegen den Druck. "Wenn keine guten Ergebnisse erzielt werden, ist Kritik gerechtfertigt. Dies kann auch zu Konsequenzen führen. Man sollte aber diese Nationalmannschaft erst einmal spielen lassen. Ich begreife nicht, warum Urteile gefällt werden, bevor Spiele stattgefunden haben", erklärte der Coach des viermaligen Weltmeisters.

Immerhin erhielt Donadoni Rückendeckung vom kommissarischen Präsident des Verbands Figc. "Donadoni kann mit der Unterstützung des gesamten Fußballsystems weiterarbeiten", sagte Luca Pancalli und wies damit Gerüchte über eine mögliche Verpflichtung des Mailänder Trainers Carlo Ancelotti zurück.

Griechen wollen auf Malta Türkei-Pleite wettmachen

Ernsthafte Spekulationen um einen Nachfolger für Rehhagel gibt es in Griechenland zwar noch nicht, der Trainer des Europameisters braucht allerdings nach der für die Hellenen demütigenden 1:4-Pleite gegen die Türkei einen klaren Sieg auf Malta. Zwar liegen die Griechen noch auf dem zweiten Platz der Gruppe C, dennoch machen beim Titelverteidiger bereits die ersten Durchhalteparolen die Runde.

"Wir werden gewinnen, und wir werden uns qualifizieren. Wir müssen jetzt vereint zusammenstehen", meinte Abwehrchef Traianos Dellas, der voraussichtlich gemeinsam mit Theofanis Gekas vom VfL Bochum auflaufen wird. Der Torjäger soll den zuletzt formschwachen Ex-Bremer Angelos Charisteas ersetzen.

Unterdessen beginnt in der von Deutschland dominierten Gruppe D der Kampf um den zweiten Platz. Dabei können die Tschechen ihre jüngsten Querelen mit einem Sieg gegen Zypern vergessen machen. Zudem trifft Irland auf die Slowakei und Wales auf San Marino.

© SID

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