Fußball EM
Uefa segnet ukrainische EM-Spielorte ab

Aufatmen in der Ukraine: Die Uefa hat am Freitag den vier EM-Spielorten Kiew, Donezk, Lemberg und Charkow trotz finanzieller und infrastruktureller Probleme Grünes Licht gegeben.

Erleichterung und Jubel in Kiew und der gesamten Ukraine: Am Freitag hat die Europäische Fußball-Union Uefa der ehemaligen Sowjet-Republik als Co-Gastgeber der EM-Endrunde 2012 (9. Juni bis 1. Juli) endgültig grünes Licht erteilt und in Kiew, Donezk, Lemberg und Charkow entgegen aller Unkenrufe auch die vier seit längerer Zeit vorgesehenen Austragungsorte bestätigt. Zudem legte das Exekutivkomitee des Europaverbandes fest, das in der ukrainischen Hauptstadt Kiew am 1. Juli das Finale ausgetragen wird.

"Heute hat die Ukraine gewonnen, und die Menschen in der Ukraine haben gewonnen", teilte die ukrainische Premierministerin Julia Timoschenko noch vor der offiziellen Pressemitteilung der Uefa ihren Landsleuten euphorisch im Fernsehen mit. "Ich bin hocherfreut, dass wir nach den außerordentlichen Anstrengungen und Opfern der ukrainischen Regierung für das Turnier mit vier Austragungsorten in der Ukraine und Polen grünes Licht geben können", sagte ein erleichterter Uefa-Präsident Michel Platini nach der Sitzung in Funchal auf der portugiesischen Insel Madeira.

Nur wenige Probleme in Polen

Co-Gastgeber der nächsten Europameisterschaft ist Polen. Dort bekamen Breslau, Posen, Danzig und Warschau, wo am 9. Juni das Eröffungsspiel stattfinden wird, wie erwartet den Zuschlag als Spielstätten. Während die Polen bei den abschließenden Beratungen am Freitag kein großes Thema mehr waren, wurde über das Gastgeberland Ukraine noch ausführlich diskutiert.

Denn zwischenzeitlich hatte es große Zweifel gegeben, ob die Ukraine überhaupt in der Lage sein würde, Gastgeber bei der Euro 2012 zu sein. Die Uefa hatte der Ukraine wegen Problemen mit der Infrastruktur und den Finanzen sogar mit dem Entzug der Gastgeberrolle gedroht und eine letzte Frist bis zum 30. November gesetzt, um die Schwierigkeiten in den Griff zu bekommen. Als möglicher Ersatz waren sogar die deutschen WM-Städte Berlin und Leipzig im Gespräch.

Das Finale in Kiew war zudem bis zuletzt wegen mangelnder Unterbringungsmöglichkeiten gefährdet. Die Uefa hatte zuvor allenfalls ein Halbfinale in der Millionen-Metropole am Dnepr für möglich gehalten. Am Ende hätten aber sowohl die Ukraine als auch Polen alle Uefa-Bedingungen erfüllt, wie Platini mitteilte.

"Wir wussten, dass es ein schwieriges Unterfangen wird, da viele Investitionen in die Infrastruktur, vor allem in die Stadien und die Bereiche Verkehr und Hotels nötig waren. Polen und die Ukraine haben aber trotz der weltweiten wirtschaftlichen Krise, die sie hart getroffen getan hat, alle Kriterien erfüllt", sagte der Uefa-Boss.

Nach Angaben des Franzosen habe sich der Europaverband vor drei Jahren für Polen und die Ukraine entschieden, da "man das Flaggschiff der europäischen Wettbewerbe mal nach Osteuropa vergeben wollte". Dies sei nicht aus einer Laune heraus geschehen, sondern ein "strategischer Plan" gewesen.

Der frühere französische Nationalspieler fügte hinzu, dass der aktuelle Planungsstand der beiden Gastgeberländer "sehr beruhigend" sei. Bezogen auf die Ukraine sagte Platini: "Der Bericht ist sehr beeindruckend, auch wenn noch nicht alles fertig und abgeschlossen ist. Die Entscheidung wurde deshalb vom Exekutivkomitee einstimmig gefasst."

"Haben unter der Wirtschaftskrise gelitten"

Große Freude über diese Entscheidung herrschte auch beim ukrainischen Verband (FFU). "Wir sind erleichtert und erfreut zugleich. Es ist eine weise Entscheidung der Uefa und gut überlegt", sagte Verbandschef Gregory Surkis, der aber zugab: "Wir haben unter der globalen Wirtschaftskrise sehr gelitten, aber wir haben nach dem Warnschuss der Uefa im vergangenen Jahr hart gearbeitet. Wir haben in der Ukraine wieder eine Perspektive, können uns aber noch lange nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen."

Platini berichtete, dass es nur in Donezk und in Danzig noch kleinere Probleme gäbe. Dies beträfen aber nicht die Stadien, sondern die Flughäfen in diesen Städten. "Wir vertrauen aber den Verantwortlichen in Polen und der Ukraine, dass auch diese Probleme noch gelöst werden", sagte aber der Europameister von 1984.

© SID

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