Fußball-EM

Was Männer von kickenden Frauen lernen können

Da läuft die Europameisterschaft im Fußball – und Deutschland ist der große Favorit. Doch viele Männer schauen peinlich berührt weg, weil in den Niederlanden die Frauen spielen. Sechs Gründe, warum das falsch ist.
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Die deutschen Fußballnationalspielerinnen feiern ihre Goldmedaille – ein Olympiasieg ist nicht das Einzige, was die Kickerinnen den Männern voraus haben. Quelle: dpa
Olympia 2016

Die deutschen Fußballnationalspielerinnen feiern ihre Goldmedaille – ein Olympiasieg ist nicht das Einzige, was die Kickerinnen den Männern voraus haben.

(Foto: dpa)

DüsseldorfEs läuft wieder eine Fußball-Europameisterschaft. Doch wie viele deutsche Fußballfans gucken wirklich zu? Schließlich sind es „nur die Frauen“, deren fußballerische Künste von vielen Männern noch immer milde belächelt werden, wenn überhaupt. Viele Fußball-Fans beachten den Frauen-Fußball überhaupt nicht und schauen nur zufällig zu.

Dabei wird es gleich zum Auftakt der EM in den Niederlanden schon hochinteressant. Die Frauenfußball-Nationalmannschaft der Niederlande hat gestern mit dem 1:0-Sieg gegen Norwegen einen Auftakt nach Maß erwischt. Heute spielt um 20.45 Uhr der Turnierfavorit Deutschland gegen den Ex-Weltmeister aus Schweden.

Das sind zwei der Teams, die seit Jahren den Frauenfußball international dominieren. Das bessere Ende erwischten allerdings meist die Deutschen. Von 13 Vergleichen bei großen Turnieren (WM, EM, Olympia) konnten die Schwedinnen nur zwei gegen Deutschland gewinnen. Bei den Weltmeisterschaften 1991 (Spiel um Platz drei) und 1995 (Gruppenphase).

Auch heute wird es sicher wieder spannend, deshalb sollten auch jene hereinschauen, die sich bisher nicht mit Frauenfußball anfreunden können. Die Spiele sind viel besser als gemeinhin geunkt wird. Überdies könnten die Vertreter des starken Geschlechts noch einiges von den angeblich so schwachen Kickerinnen abschauen. Sechs Dinge, die die Männer vom Frauenfußball lernen können:

25 Dinge, die eine echte Frau können muss
Confederations Cup - Demonstration
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Fußball-Plattitüden schreien

Gerade in WM-Zeiten ist es für fußballfremde Frauen hilfreich, sich ein paar typische Entgleisungen zu merken, die an geeigneter Stelle beim Fußballgucken zum Besten gegeben werden können, um die Herren zu beeindrucken. Unsere Top 3 sind: „Da war doch nichts!“ (bei jedem Foul an einem Spieler im gegnerischen Team), „Da muss mehr über die Außen gehen“ (bei Ballgeschiebe an der Mittellinie) oder der nur geschrien wirkungsvolle Satz „Der hat doch schon Gelb!“ (bei jedem Foul an einem Spieler des eigenen Teams). Dabei zu empfehlen: Empörtes Gesicht machen und mit raumgreifenden Gesten den Worten Nachdruck verleihen.

schöneberger
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Gilt als schlagfertig, intelligent und sehr weiblich: Moderatorin Barbara Schöneberger. Was eine echte Frau noch können muss – eine kleine Übersicht.

Paar im Bett
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Einen Orgasmus vortäuschen

... wenn's mal wieder länger dauert. Die Szene ist Filmgeschichte: Harry und Sally sitzen in einem Restaurant. Er will ihr nicht glauben, dass Frauen Männern einfach und erfolgreich einen Orgasmus vortäuschen können. Um das Gegenteil zu beweisen, simuliert sie vor Ort einen. Am Ende von Sallys Vorstellung gibt eine Frau aus dem Restaurant eine Bestellung auf: „Ich möchte genau das Gleiche, was die Dame hatte.“ Selbst Frauen, die das im eigenen Bett nicht nötig haben, können mit solch einer schauspielerischen Glanzleistung im Freundeskreis mit ein paar Gläschen Wein für gute Unterhaltung und Lachtränen sorgen.

rock auto
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Aus einem Auto aussteigen ohne zu viel zu zeigen

Slip, Slip, Hurra: Mit einem Minirock aus dem Auto steigen und dabei auch noch elegant aussehen ist gar nicht so einfach. Manchmal kommen dabei Dinge zum Vorschein, die eigentlich der Fantasie überlassen sein sollten. Das ist peinlich – nicht nur für Promis, die mit einem wohlkalkulierten Höschenblitzer für Schlagzeilen sorgen (wollen). Deshalb gilt: Vor dem Aussteigen den Rock runter ziehen und die Beine schließen.

Symbolbild Streit
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Kontra geben ohne zickig zu wirken

Ein weiteres Klischee, das sich hartnäckig hält, ist das von der launischen Vollblutzicke, die mit Tellern wirft und nachtragend ist. Solche Ausbrüche können helfen, Dampf abzulassen – und mögen manchmal auch berechtigt sein. Besser aber wäre dieser Balanceakt: Wenn Frauen ihrem Gegenüber – sei es Partner, Kollege oder Chef – charmant Kontra geben. Beispiel gefällig? Ein Mann sagt zu einer Kollegin, die bevorzugt Hosenanzüge trägt: „Du sieht fast aus wie ein Mann.“ Antwort, im Optimalfall entspannt und lächelnd gegeben: „Du auch.“

George Clooney
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Weinen, weil George Clooney vergeben ist

George Clooney hat eine Neue und die will er auch noch heiraten. der Frauenwelt ist zum Heulen zumute. Und das ist in Ordnung so. Denn mit Clooney-Fantasien und -Tagträumereien ist Schluss, seitdem die Damen den „Sexiest Man Alive“ in den Armen einer anderen wissen.

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Auch mal ungeschminkt das Haus verlassen

Frauen verbringen die ersten Jahre ihres Lebens ungeschminkt – und werden dennoch von anderen Menschen gemocht. Dann kommt irgendwann der Punkt, ab dem die meisten möglichst viel dafür tun, unnatürlich auszusehen. Doch wer nicht einmal ungeschminkt den Müll rausbringt oder zum Sport geht oder sich beim Anblick seines eigenen Spiegelbildes erschreckt, beweist nicht gerade viel Selbstbewusstsein.

1. Weniger Schauspielerei

Viele Fußballspiele der Männer sind eine Schande. Richtig wehleidig wirken die Kicker manchmal auf dem Platz. Wenn irgendwas nicht klappt, werden schnell Spielunterbrechungen provoziert. Für die Zuschauen ist das alles andere als schön. Eine Studie der TU München bestätigte bereits 2011 den Eindruck: Männer lassen bei Spielunterbrechungen viel mehr Zeit verstreichen lassen als die Frauen.

Nach Fouls neigen die Männer zur Schauspielerei, nach Toren jubeln sie mehr als ausgiebig, und bei Fouls bleiben sie länger liegen als die Fußballerinnen. Martin Lames von der TU München: „Bei den Männern ist der Gedanke der Inszenierung viel stärker ausgeprägt als bei den Frauen.“ Klar, wer kennt nicht die Gesten der angeblich völlig Unschuldigen nach einem groben Foul.

Lockerer Umgang mit heiklen Themen
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