Fußball-EM
Was Männer von kickenden Frauen lernen können

Da läuft die Europameisterschaft im Fußball – und Deutschland ist der große Favorit. Doch viele Männer schauen peinlich berührt weg, weil in den Niederlanden die Frauen spielen. Sechs Gründe, warum das falsch ist.
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DüsseldorfEs läuft wieder eine Fußball-Europameisterschaft. Doch wie viele deutsche Fußballfans gucken wirklich zu? Schließlich sind es „nur die Frauen“, deren fußballerische Künste von vielen Männern noch immer milde belächelt werden, wenn überhaupt. Viele Fußball-Fans beachten den Frauen-Fußball überhaupt nicht und schauen nur zufällig zu.

Dabei wird es gleich zum Auftakt der EM in den Niederlanden schon hochinteressant. Die Frauenfußball-Nationalmannschaft der Niederlande hat gestern mit dem 1:0-Sieg gegen Norwegen einen Auftakt nach Maß erwischt. Heute spielt um 20.45 Uhr der Turnierfavorit Deutschland gegen den Ex-Weltmeister aus Schweden.

Das sind zwei der Teams, die seit Jahren den Frauenfußball international dominieren. Das bessere Ende erwischten allerdings meist die Deutschen. Von 13 Vergleichen bei großen Turnieren (WM, EM, Olympia) konnten die Schwedinnen nur zwei gegen Deutschland gewinnen. Bei den Weltmeisterschaften 1991 (Spiel um Platz drei) und 1995 (Gruppenphase).

Auch heute wird es sicher wieder spannend, deshalb sollten auch jene hereinschauen, die sich bisher nicht mit Frauenfußball anfreunden können. Die Spiele sind viel besser als gemeinhin geunkt wird. Überdies könnten die Vertreter des starken Geschlechts noch einiges von den angeblich so schwachen Kickerinnen abschauen. Sechs Dinge, die die Männer vom Frauenfußball lernen können:

1. Weniger Schauspielerei

Viele Fußballspiele der Männer sind eine Schande. Richtig wehleidig wirken die Kicker manchmal auf dem Platz. Wenn irgendwas nicht klappt, werden schnell Spielunterbrechungen provoziert. Für die Zuschauen ist das alles andere als schön. Eine Studie der TU München bestätigte bereits 2011 den Eindruck: Männer lassen bei Spielunterbrechungen viel mehr Zeit verstreichen lassen als die Frauen.

Nach Fouls neigen die Männer zur Schauspielerei, nach Toren jubeln sie mehr als ausgiebig, und bei Fouls bleiben sie länger liegen als die Fußballerinnen. Martin Lames von der TU München: „Bei den Männern ist der Gedanke der Inszenierung viel stärker ausgeprägt als bei den Frauen.“ Klar, wer kennt nicht die Gesten der angeblich völlig Unschuldigen nach einem groben Foul.

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