Fußball EM
Zypern trotzt DFB-Team Punkt ab

Bundestrainer Joachim Löw hat mit dem deutschen Nationalteam nach fünf Siegen einen ersten Rückschlag erlebt. Auf Zypern gelang dem DFB-Team im EM-Qualifikationsspiel trotz früher Führung nur ein 1:1 (1:1)-Unentschieden.

Die deutsche Nationalmannschaft hat im "Sommermärchen-Jahr" den perfekten Abschluss verpasst. Im letzten Länderspiel 2006 kam die Elf von Joachim Löw in Nikosia gegen Zypern nach der bislang schwächsten Leistung unter dem neuen Bundestrainer nicht über ein 1:1 (1:1) hinaus. Die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) übernahm aber trotz des ersten Fleckens auf Löws weißer Weste mit zehn Zählern wieder die Spitze in der Tabelle der EM-Qualifikationsgruppe D von den punktgleichen Tschechen, die am 24. März 2007 nächster Pflichtspielgegner sind.

Trotz des Unentschiedens steht unter dem Strich die beste Jahresbilanz in der 98-jährigen Länderspiel-Geschichte des DFB: 14 Siegen und zwei Unentschieden stehen nur die beiden Niederlagen gegen Italien im ersten Spiel des Jahres (1:4) und im WM-Halbfinale von Dortmund (0:2 nach Verlängerung) gegenüber. Unter Löw ging die deutsche Mannschaft nach zuvor fünf Siegen mit 23:1 Toren erstmals nicht als Sieger vom Feld.

Kapitän und Jubilar Michael Ballack, der sein 75. Länderspiel absolvierte, brachte in einem phasenweise sehr hart geführten und nie hochklassigen Spiel die Gäste mit einem Freistoß in der 15. Minute in Führung. Den Ausgleich kassierte die DFB-Elf kurz vor der Pause durch einen Volleyschuss von Yiannis Okkas, bei dem Ersatztorwart Timo Hildebrand nicht gut aussah. Damit kamen die Zyprer im fünften Spiel zum ersten Tor und am Ende auch zum ersten Punktgewinn gegen eine deutsche Mannschaft.

Lahm: "Dieses Spiel war kein Rückschritt"

"Dieses Spiel war kein Rückschritt für uns. Wir wussten, dass das nicht alles immer so weiter gehen kann und auch mal schlechtere Tage kommen. Das ist normal", meinte Philipp Lahm. Sein Defensivkollege Clemens Fritz kritisierte allerdings: "Wir haben nicht so gut kombiniert wie beim 4:1 in der Slowakei. Wir waren zu spät bei den Zweikämpfen, die Aggressivität hat gefehlt."

Der WM-Dritte bestimmte zwar von Beginn an das Spiel, die von Löw geforderte "Präzision eines Schweizer Uhrwerkes" war dagegen vor allem im Spielaufbau der DFB-Elf nicht zu sehen. Die Angriffsbemühungen endeten meist kurz vor dem Strafraum.

Doch die Chancenauswertung der Gäste war zunächst vorbildlich. In der 15. Minute tickte Torsten Frings den Ball bei einem Freistoß an, Ballack ließ Konstantinos Makridis aussteigen und traf mit einem trockenen Flachschuss aus gut 20 Metern ins rechte Eck zum 1:0.

Klose gegen Tschechien gesperrt

Danach wurde das Spiel härter, und eine Gelbe Karte tat besonders weh. "Fußballer des Jahres" Miroslav Klose wird wegen seiner zweiten Verwarnung wie auch sein Bremer Klubkollege Clemens Fritz im nächsten EM-Qualifikationsspiel beim vermeintlichen Hauptkonkurrenten Tschechien im kommenden März fehlen.

Die Zyprer, die beim 5:2 gegen Irland noch eine hervorragende Offensivleistung gezeigt hatten, konnten die deutsche Abwehr kaum in Verlegenheit bringen. Hildebrand, der den erkankten Jens Lehmann ersetzte, war fast beschäftigungslos.

Dafür bekamen die Angriffsbemühungen der deutschen Mannschaft etwas mehr Struktur, gute Chancen sprangen allerdings mit einer Ausnahme nicht heraus. Nach einer abgefälschten Flanke von David Odonkor kam Bastian Schweinsteiger auf der halblinken Seite aus kurzer Distanz frei zum Schuss, scheiterte in der 24. Minute aber an Zyperns Torwart Antonis Georgallides.

Okkas erzielt den Ausgleich

Kurz vor der Pause fiel der Ausgleich der Gastgeber wie aus heiterem Himmel. Torjäger Okkas traf in der 43. Minute mit einem sehenswerten Volleyschuss von der Strafraumgrenze, Hildebrand machte bei dem Schuss in die Torwartecke keine gute Figur.

Anstelle des verletzten Lukas Podolski erhielt im Sturm an der Seite von Klose der Gladbacher Oliver Neuville eine Bewährungschance. In der Abwehr bekam überraschend der zuletzt formschwache Mainzer Manuel Friedrich den Vorzug vor Per Mertesacker. Auch der Stuttgarter Thomas Hitzlsperger musste zunächst auf der Bank Platz nehmen, weil Löw eine offensivere Variante bevorzugte: Auf der rechten Seite begann Odonkor, Schweinsteiger blieb auf seiner gewohnten Position auf links.

Nach der Pause bekam die DFB-Elf immer mehr Probleme. Bei einem weiteren Fehler des unsicheren Hildebrand, der in der 54. Minute bei einem Befreiungsschlag Okkas anschoss, hatte die deutsche Elf Glück. Ballack und Torsten Frings im zentralen Mittelfeld waren zwar bemüht, konnten aber auch keine entscheidenden Akzente setzen. Besonders WM-Wirbelwind Odonkor enttäuschte auf der ganzen Linie. In der 64. Minute verfehlte ein Heber von Efstathios Aloneftis das deutsche Tor nur knapp. Drei Minuten später hatte Schweinsteiger Pech, als Abwehrspieler Lambros Lambrou seinen Schuss von der Torlinie schlug. Auch in der 89. Minute verpasste "Schweini" nur knapp.

© SID

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