Fußball England: AIG zieht sich als Sponsor von ManU zurück

Fußball England
AIG zieht sich als Sponsor von ManU zurück

Der angeschlagene US-Versicherungsgigant AIG zieht sich als Sponsor des britischen Fußballclubs Manchester United zurück. Doch angeblich stehen die Interessenten für die Nachfolge des Finanzkonzerns bereits Schlange.

HB LONDON. Aufgrund des Sparkurses infolge der Finanzkrise werde man den nächstes Jahr auslaufenden Vertrag mit dem Champions-League-Sieger nicht verlängern, erklärte AIG am Mittwoch. Außerdem verhandle AIG mit ManU über eine Überarbeitung des laufenden, 100 Mio. Dollar schweren Sponsor-Vertrags.

Der Tabellenführer der Premier League ist bereits auf der Suche nach Nachfolgern und zeigt sich optimistisch, schnell fündig zu werden. "Wir werden hoffentlich schon in Kürze einen neuen Sponsor für die Saison 2010/2011 bekanntgeben", sagte Manchesters Klub-Sprecher Philip Towsend und bestätigte damit zugleich die Trennung. Besonders starkes Interesse hätte laut Townsend der indische Finanz- und Immobilienkonzern Sahara gezeigt, der Anfang der Woche angekündigt hatte, in der Premier League als Sponsor auftreten zu wollen. Außerdem werden Saudi Telecom und die britische Versicherungsgesellschaft Prudential als mögliche Kandidaten gehandelt.

Die amerikanische Bank zahlte umgerechnet rund 15 Millionen Euro jährlich für die Trikotwerbung bei ManU. Die US-Regierung hat AIG mit Finanzspritzen von insgesamt 152 Mrd. Dollar zwei Mal vor dem Aus gerettet. Der einst weltgrößte Versicherer stand wegen Hypothekenpapieren vor dem Kollaps, die infolge der Finanzkrise stark an Wert verloren und mittlerweile unverkäuflich sind. Um die Kredite zurückzahlen zu können, hat AIG mit dem Verkauf von Unternehmensteilen begonnen und ein Sparprogramm aufgelegt, in dessen Rahmen auch die Werbekosten drastisch zurückgefahren werden sollen.

Zahlreiche Sportvereine leiden unter fallenden Werbeerlösen infolge der Finanzkrise. ManU-Konkurrent West Ham spielte Monate lang ohne Trikot-Werbung auf der Brust, weil sein Sponsor XL Holidays Pleite ging. Englische Fußballclubs, die oft in Besitz von ausländischen Investoren sind, leiden unter der Krise Experten zufolge bisher stärker als die deutsche Bundesliga. Viele Club-Eigentümer haben wegen der Krise Mrd. verloren. So zögert sich unter anderem der Bau des neuen Stadions des FC Liverpool hinaus.

Im Motorsport mussten Formel-1-Teams ihre Budgets um 30 Prozent zusammenstreichen, Honda kündigte sogar seinen vollständigen Rückzug aus der Rennserie an.

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