Fußball England
Chelsea bläst zum Angriff auf die "Red Devils"

Am Wochenende beginnt in der Premier League die Jagd auf Titelverteidiger Manchester United. Vor allem das Starensemble des FC Chelsea brennt nach einer mageren Saison auf Revanche. Los geht es heute mit sieben Spielen.

Die finanzstärkste Liga der Welt, die englische Premier League, startet heute mit sieben Spielen und Rekord-Investitionen in die neue Saison. Manchester United, das wie Chelsea und Arsenal erst am Sonntag ran muss, lässt sich das Unternehmen Titelverteidigung 75 Mill. Euro kosten. Durch die hohen Millionen-Beträge aus den Klub-Übernahmen ausländischer Wirtschafts-Tycoone und die Rekorderlöse bei TV-Verträgen schwimmt die Liga im Geld.

"Wir haben einen hohen Unterhaltungswert im Team, aber am Ende des Tages müssen wir auch der Gewinner sein. Das haben wir letzte Saison gut gemacht, dieses Jahr wollen wir uns noch verbessern", sagte "Manu"-Trainer Alex Ferguson vor dem Auftakt-Spiel seiner Mannschaft gegen den FC Reading.

"Sir Alex" langte kräftig zu

Der Champions-League-Sieger von 1999 verpflichtete den portugiesischen Flügelstürmer Nani (Sporting Lissabon/26 Mill. Euro), Mittelfeldspieler Owen Hargreaves (Bayern München/25 Millionen) und den brasilianischen Spielmacher Anderson (FC Porto/24 Millionen). Dazu kommt noch der argentinische Nationalspieler Carlos Tevez, der sich für drei Mill. Euro von seinem bisherigen Klub West Ham United freigekauft hat.

Wie "Manu" befindet sich auch Rekordmeister Liverpool im Kaufrausch. Die Durststrecke von 18 Jahren ohne Titel soll endlich beendet werden. Die "Reds" leisteten sich den teuersten Transfer der Liga und überwiesen für den spanischen Angreifer Fernando Torres 36 Mill. Euro an Atletico Madrid. Auch kein Schnäppchen war der Niederländer Ryan Babel, der für 18 Mill. Euro an die Anfield Road wechselte. Andrej Woronin hingegen kam ablösefrei vom Bundesligisten Bayer Leverkusen.

Noch nicht so tief in die Tasche griff bislang der FC Chelsea. Der französische Vize-Weltmeister Florent Malouda (Olympique Lyon) ist mit 21 Mill. Euro der teuerste Einkauf. Claudia Pizarro (Bayern München) kam ablösefrei. Dabei kämen den Londonern jetzt Neuzugänge entgegen. Vor dem Saisonstart gegen Birmingham City sind in Andrej Schewtschenko, John Terry und Didier Drogba gleich mehrere Stammspieler angeschlagen.

Als Verlierer auf dem Transfermarkt gilt zurzeit noch Arsenal London. Der Klub des deutschen Nationaltorhüters Jens Lehmann verlor Thierry Henry (FC Barcelona/24 Millionen), Jose Antonio Reyes (Atletico Madrid/11,6) und Fredrik Ljungberg (West Ham United/4,5). Dem gegenüber stehen in Eduardo da Silva (Dinamo Zagreb/10,9) und Bacary Sagna (Auxerre/8,7) bislang nur zwei wenig spektakuläre Neueinkäufe.

Für die Wirtschafts-Experten ist die Kaufwut kein Wunder. "Ich glaube, wir erleben zurzeit die größten Transfer-Tätigkeiten in der Geschichte der Premier League", sagt Dan Jones vom Wirtschaftsprüfer Deloitte & Touche in London. Ausländische Investoren pumpen wie nie zuvor Geld in die Premier League. Aber auch das TV-Geld sprudelt. Ein neuer Vertrag allein mit dem Mittleren Osten und Asien sicherte der Liga jetzt für die kommenden drei Jahre 921 Mill. Euro.

Eriksson übernimmt die "Mancity"

Vom Boom profitieren auch die Klubs aus der zweiten Reihe. Der frühere thailändische Ministerpräsident Thaksin Shinawatra leitete als Geldgeber bei Manchester City eine neue Ära ein. Der Klub leistete sich Rolando Bianchi (Reggina/12,8 Mill. Euro), den brasilianischen Nationalspieler Elano (Schachtjor Donezk/11,6), den Ex-Wolfsburger Martin Petrow (Atletico Madrid/6,8) sowie den Spanier Javier Garrido (San Sebastian/3). Trainiert wird das Team von keinem Geringeren als dem ehemaligen englischen Nationalcoach Sven Göran Eriksson.

Auffallend stark investiert hat auch der Londoner Vorort-Klub West Ham United, der in Craig Bellamy (FC Liverpool/11 Mill. Euro), Scott Parker (Newcastle/10,2), Julien Faubert (Bordeaux/8,7) und Ljungberg (Arsenal/4,5) vier Großeinkäufe tätigte. Gespannt sein darf man aus deutscher Sicht auf die Entwicklung des ehemaligen Hertha-Profis Kevin Boateng, der für 7,4 Mill. Euro zu Tottenham Hotspur wechselte, sowie auf Roque Santa Cruz von Bayern München, den sich die Blackburn Rovers immerhin noch 5,1 Mill. Euro kosten ließen.

Der Spieltag in der Übersicht:

FC Sunderland - Tottenham Hotspur (heute, 13.45 Uhr), Bolton Wanderers - Newcastle United, Derby County - FC Portsmouth, FC Everton - Wigan Athletic, FC Middlesbrough - Blackburn Rovers, West Ham United - Manchester City (alle heute, 16 Uhr), Aston Villa - FC Liverpool (heute, 18.15 Uhr), Arsenal London - FC Fulham (Sonntag, 13 Uhr), FC Chelsea - Birmingham City (Sonntag, 14.30 Uhr), Manchester United - FC Reading (Sonntag, 17 Uhr)

© SID

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