Fußball England
FA-Cup-Finalisten wollen an alte Erfolge anknüpfen

Nach zusammen 150 Jahren Erfolgslosigkeit stehen der FC Portsmouth und Cardiff City ibeim FA-Cup-Finale wieder im Mittelpunkt. Die englischen Topteams sind diesmal außen vor.

Es gab schon besser besetzte FA-Cup-Finals, für den FC Portsmouth und Cardiff City geht es heute (16.00 Uhr) aber endlich wieder um die Fleischtöpfe. Die beiden Außenseiter kämpfen im 127. FA-Cup-Finale um den Pokal im ältesten Fußball-Wettbewerb der Welt. "Vielleicht hat der FA-Cup in den letzten Jahren ein wenig von seiner Magie verloren, weil immer wieder die gleichen Mannschaften im Finale standen. Aber Portsmouth und wir haben den Bann gebrochen - wir wollen unsere Geschichte schreiben", sagte Dave Jones, Teammanager des Außenseiters Cardiff City, mit Blick auf die immer wiederkehrenden Sieger wie Manchester United, FC Liverpool, FC Arsenal oder FC Chelsea.

In der Tat hat der FA Cup in der laufenden Saison wieder das geboten, was den Wettbewerb schon immer zu einem Kassenschlager gemacht hat: Favoritenstürze. Und im zweiten FA-Cup-Finale im neuen Wembleystadion ist nun auch noch eine Überraschung möglich. Underdog ist gegen den Achten der Premier League eindeutig der Zweitliga-12. Cardiff. Die Waliser haben immerhin ihren festen Platz in den Geschichtsbüchern als einziger nichtenglischer Klub, der je den FA Cup gewinnen konnte. 1927, vor 81 Jahren also, war dies durch einen 1:0-Sieg gegen den FC Arsenal. Zuletzt hat West Ham United 1980 als Zweitligist den Pokal gewonnen.

Redknapp will seinen ersten richtigen Titel

Die Südengländer aus Portsmouth, Heimatstadt des berühmten englischen Schriftstellers Charles Dickens, gewannen die Trophäe ebenfalls einmal 1939 (4:1 gegen Wolverhampton Wanderers) und hielten diese wegen des 2. Weltkrieges sieben Jahre. "Es ist toll für jeden im Klub. Vor zwei Jahren haben wir in der Premier, vor fünf Jahren in der 2. Liga noch gegen den Abstieg gekämpft - und nun stehen wir im FA-Cup-Finale", sagte Portsmouth-Teammanager Harry Redknapp.

40 Jahre ist der ehemalige sportliche Leiter beim FC Bournemouth, FC Southampton und West Ham United bereits im Geschäft, die letzten fünf Jahre eben davon in Portsmouth. Einen richtigen Titel konnte der Coach noch nicht gewinnen. Gerüchte, dass Redknapp nach dem Finale seinen Hut nimmt, dementierte er umgehend.

Redknapps Team ist besetzt mit äußerst erfolgreichen Stars wie Champions-League-Sieger Milan Baros (2005 mit FC Liverpool), Ex-Meister Sol Campbell (2004 mit FC Arsenal) oder Olympiasieger Nwankwu Kanu (1996 mit Nigeria). Namen hat auch Cardiff zu bieten, zum Beispiel die Stürmer Robbie Fowler (Uefa-Cup-Sieger mit Liverpool 2001) oder Jimmy Floyd Hasselbaink (ehemals FC Chelsea). Der Einsatz Fowlers ist allerdings fraglich.

Cardiff City kämpft am Sonntag nicht nur um den FA-Cup, sondern auch ums Überleben. Im März hatte eine Schweizer Investment-Firma ein Darlehen in Höhe von umgerechnet 46 Mill. Euro zurückgefordert. Cardiffs Klubführung Peter Ridsdale hatte aber vor Gericht einen Aufschub bis in den Sommer erreicht.

© SID

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