Fußball England
Lehmann mit Kampfansage an Wenger

Nationaltorwart Jens Lehmann hat seinen Trainer Arsene Wenger kritisiert. "Man sollte Spieler nicht zu lange demütigen", sagte Lehmann, der beim englischen Premier-League-Klub FC Arsenal zurzeit nur auf der Bank sitzt.

Der deutsche Nationaltorwart Jens Lehmann hat sich zu seiner Situation beim englischen Premier-League-Klub FC Arsenal geäußert und dabei sowohl seinen Vereinstrainer Arsene Wenger, als auch seine Konkurrenten um den Platz zwischen den Pfosten angegriffen. "Ich denke, natürlich auch an meinen lieben Trainer gerichtet, man sollte Spieler nicht zu lange demütigen. Ich bin Arsenal-Spieler und werde mich hier nicht so sang- und klanglos verabschieden", sagte der 37-Jährige am Dienstag vor dem Champions-League-Spiel seines Klubs gegen Slavia Prag dem Pay-TV-Sender Premiere.

Der frühere Bundesligaprofi, der bei Arsenal derzeit hinter dem Spanier Manuel Almunia nur noch die Nummer zwei ist, ist mit seiner derzeitigen Situation total unzufrieden, hält sich aber noch vornehm zurück: "Es kann sein, dass ich mich irgendwann einmal danach fühle, dass ich zu dieser ganzen Thematik etwas sagen muss. Aber momentan nehme ich das alles als Teil der Demütigung hin. Auch das muss man über sich ergehen lassen."

Lehmann, dem am vergangenen Wochenende sogar der Pole Lukasz Fabianski als Ersatzkeeper vorgezogen worden war, ist dennoch sicher, dass er in Kürze wieder zwischen die Pfosten der "Gunners" zurückkehren wird. "Ich bin fest davon überzeugt, dass ich schon bald wieder spielen werde. Almunia hat nämlich bislang noch nicht gezeigt, dass er uns Spiele gewinnen konnte. Ich habe diese Situation schon einmal erlebt und weiß, wie der andere Torwart mental veranlagt ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er das durchhält", sagte der DFB-Keeper und setzte seinen Konkurrenten damit öffentlich unter Druck.

Lehmann stand zwar wenige Tage nach seiner Verbannung auf die Zuschauerränge wieder im Arsenal-Kader, musste wohl aber in der Partie gegen Prag erneut seinem spanischen Konkurrenten Almunia den Vortritt lassen. Sein Trainer Arsene Wenger hatte zuletzt erklärt: "Jens ist ein Weltklassetorhüter, aber ich habe mich für die Kontinuität entschieden. Wir haben drei Weltklasse-Torhüter, aber nur einer von ihnen kann spielen." In Richtung Lehmann ergänzte Wenger: "Er ist intelligent und weiß, was er zu tun hat."

Kritik auch an Torwart-Konkurrenz

Auf Wengers Seitenhieb antwortete Lehmann: "Es ist ja so, dass Wenger von drei Weltklasse-Torleuten gesprochen hat. Einer davon werde dann ja wohl ich sein. Die anderen beiden haben ihre Klasse dadurch unter Beweis gestellt, dass sie Titel gewonnen haben? Wenn ich überlege, fällt mir aber gerade keiner ein. Dann ist man also trotzdem heute Weltklasse."

Seine Topleistung in der Nationalmannschaft beim 0:0 in Dublin gegen Irland, wodurch die DFB-Auswahl vorzeitige die Qualifikation für die EM 2008 geschafft hatte, bewertete der gebürtige Essener sarkastisch als nicht vorteilhaft für seine Person. "Der Nachteil des Länderspiels gegen Irland ist, dass mein Trainer jetzt weiß, dass er einen Keeper hat, der aus dem Nichts ohne Matchpraxis ein ziemlich gutes Spiel machen kann. Einen besseren Torwart, der auf der Bank sitzt, kann er sich nicht wünschen."

© SID

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