Fußball England
Premier League baut ihren Vorsprung aus

Die reichste Fußballliga der Welt wird noch reicher: Die englische Premier League hat im Jahr 2008 trotz der Schuldenprobleme vieler Clubs ihre Position als umsatzstärkste und rentabelste Fußballliga der Welt gefestigt und punktet auch im Sponsoren-Bereich und am TV-Markt weiter, wie der jüngste Deal von Meister Manchester United mit dem zukünftigen Trikotsponsor Aon als Nachfolger des AIG-Konzerns zeigt. Doch Experten warnen und empfehlen aus gutem Grund Kostendisziplin.

LONDON. Zum Champions-League Titel hat es für den englischen Serienmeister Manchester United in diesem Jahr zwar nicht gereicht, das tut der wirtschaftlichen Attraktivität des britischen Spitzenfußballs aber offenbar keinen Abbruch. Nachdem ManU erst vor kurzem mit dem Mobilfunker Barthi Airtel (2,2 Mill. Euro pro Jahr) und dem Telekommunikationsportal 3 Indonesia (2,64 Mill. Euro für drei Jahre) zwei neue Partner an Land gezogen hat, hat der Klub am Mittwoch auch einen neuen Trikotsponsor präsentiert - und der kommt wie der Vorgänger AIG aus dem amerikanischen Versicherungsgeschäft. Während AIG seine Unterstützung für den Club einstellen muss, weil der Konzern in den Sog der Finanzkrise geraten ist, scheint es dem neuen Sponsor Aon noch gut zu gehen. Zumindest kann es sich der US-Versicherer leisten, ab der Saison 2010/2011 jedes Jahr rund 23 Mio. Euro an Manchester zu überweisen - das sind noch einmal 45 Prozent mehr als die 16 Mio. Euro, die der Verein bislang von AIG kassiert haben soll. Aon ist nach eigenen Angaben der weltgrößte Versicherungsmakler und hat seinen Hauptsitz in Chicago. das Unternehmen beschäftigt 37 000 Mitarbeiter in 120 Ländern und verspricht sich sich eine deutliche Steigerung der Markenbekanntheit im Windschatten des britischen Vorzeigeklubs, ähnlich wie das schon AIG in den vergangenen Jahren gelungen war.

Die Episode zeigt, dass die Premier League trotz der Schuldenprobleme vieler Clubs ihren Ruf als umsatzstärkste und rentabelste Fußballliga der Welt weiter festigt. Das unterstreicht auch die Studie "Annual Review of Football Finance 2007/2008", die die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte am Donnerstag veröffentlichte: Demnach konnte die englische Spitzenliga in der Saison 2007/2008 die Einnahmen auf 2,4 Mrd. Euro steigern – das ist über eine Mrd. Euro mehr als die auf dem zweiten Platz der europäischen Geldrangliste rangierende deutsche Fußball-Bundesliga. Wesentliche Umsatztreiber waren neue lukrative TV-Verträge für den Zeitraum 2007 bis 2010, die die Premier League mit den beiden Bezahlsendern Sky und Setanta sowie der BBC abgeschlossen hatte und die Einnahmen von rund 1,9 Mrd. Euro für den genannten Zeitraum garantieren – ein Plus von rund 70 Prozent im Vergleich zu den bis dahin geltenden Verträgen.

Auch beim Gewinn hat sich die Premier League mit einem Rekord-Betriebsergebnis vor Steuern von 234 Mio. Euro wieder vor den deutschen Konkurrenten (134 Mill. Euro) geschoben. Die Umsatzrendite betrug der Studie zufolge 9,6 (Bundesliga: 9,5) Prozent. In der Vorsaison war es der Bundesliga gelungen, den großen Konkurrenten von der Insel vorübergehend auf den Vizemeister-Platz zu verdrängen.

Die eindrucksvollen Zahlen verdecken allerdings, dass gerade einige der besten englischen Clubs wegen ihrer enormen Schuldenlast Verluste machen. Manchester United etwa musste im vergangenen Jahr, als der Klub sowohl den englischen Titel als auch die Champions League gewann trotz höherer Einnahmen einen Verlust von 21 Mio. Pfund vor Steuern verkraften.

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