Fußball England
Sir Bobby Robson wird heute 75

Die englische Trainer-Legende Sir Bobby Robson feiert heute seinen 75. Geburtstag. Trotz seines jahrelangen Kampfes gegen den Krebs will Robson noch nicht in den Ruhestand gehen.

Er wurde von Prince Charles zum Ritter geschlagen, zu seinen Ehren steht ein Denkmal in Ipswich, und auf der Insel gilt er als Trainer-Legende: Sir Bobby Robson kann an seinem 75. Geburtstag, den er heute feiert, trotz seines jahrelangen Kampfes gegen den Krebs auf ein erfülltes Leben zurückblicken. Doch der Gedanke an ein Spiel wird dem früheren Teammanager der englischen Nationalmannschaft auch an seinem Jubiläum einen Stich ins Herz versetzen: das verlorene Elfmeterschießen bei der WM 1990 gegen Deutschland.

"Nicht ein Tag vergeht, an dem ich nicht an das Halbfinale denke und daran, ob ich vielleicht andere Entscheidungen hätte treffen müssen", sagte Robson einst über seine bitterste Niederlage. Der damalige Teammanager musste tatenlos mit ansehen, wie der Erzrivale ins Finale einzog und dort gegen Argentinien den Titel holte, den er sich so fest vorgenommen hatte.

"Es war die Hand eines Gauners"

Denn vier Jahre zuvor fühlte sich Robson um die Chance auf den WM-Pokal betrogen. Argentiniens Superstar Diego Maradona schoss zwar im Viertelfinale nach einem Solo ein Jahrhunderttor, die Führung hatte er jedoch mit einem irregulären Hand-Treffer erzielt. Dass der Dribbler hinterher von der "Hand Gottes" sprach, war für Robson blanker Hohn: "Es war nicht die Hand Gottes. Es war die Hand eines Gauners." Von diesem Tag an habe Maradona in seinen Augen für immer an Wertschätzung verloren.

Die Meinung des charismatischen Robson hat auch heute noch Gewicht. Seit zwei Jahren berät der frühere Flügelspieler die irische Nationalmannschaft und war mitbeteiligt an der Verpflichtung von Giovanni Trapattoni als Nationalcoach. Am liebsten wäre es den Iren gewesen, Robson selbst hätte noch einmal auf dem Trainerstuhl Platz genommen. Doch als bei ihm zum fünften Mal seit 1991 Krebs diagnostiziert und ein Gehirntumor entfernt wurde, schloss Robson eine Rückkehr für immer aus: "Als ich unterschrieb, war ich fit wie Tarzan. Aber es behindert mich bei der Arbeit auf dem Platz."

Als anerkannter Experte mit vielen Kolumnen ist das Mitglied der englischen "Hall of Fame" jedoch weiter auf Ballhöhe. So stößt die harte Hand des neuen englischen National-Teammanagers Fabio Capello bei ihm auf ungeteilte Zustimmung: "Klare Regeln sind für Spieler wie Medizin. Sie schmecken nicht, helfen aber."

"Der Fußball ist das, was ich will"

Der 20-malige Nationalspieler war selbst in seiner Trainer-Karriere ein Verfechter von Disziplin und erarbeitete sich damit in ganz Europa einen ausgezeichneten Ruf. Er sammelte Titel mit Ipswich Town (Uefa-Cup 1981), dem FC Barcelona (Europapokal der Pokalsieger 1997), dem PSV Eindhoven (Meister) sowie dem FC Porto (Meister und Pokalsieger). Doch erst mit seinem Wechsel 1999 zu Newcastle United, dem Klub, den er als kleiner Junge mit seinem Vater als Fan anfeuerte, ging ein Traum in Erfüllung.

Nach fünf größtenteils erfolgreichen Jahren wurde Robson mit vielen Nebengeräuschen entlassen. "Das war eine bittere Erfahrung für mich", sagte Robson, der von den Anhängern der Magpies nach wie vor verehrt wird und mittlerweile zum Ehrenbürger der Stadt ernannt wurde.

Trotz seiner angeschlagenen Gesundheit will sich Robson nicht so schnell in den Ruhestand zurückzuziehen: "Ich möchte den Fußball noch nicht aufgeben. Es ist das, was ich will. Es ist das, was ich brauche."

© SID

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