Fußball
Euro 2012: Drei Stadien fallen vorerst durch

Die endgültige Benennung der Austragungsorte der Fußball-EM 2012 wird zur Hängepartie. Das Uefa-Exekutivkomitee hat die vier vorgesehenen polnischen Städte Warschau, Posen, Breslau und Danzig sowie die ukrainische Hauptstadt Kiew als Spielorte der Euro 2012 akzeptiert. Donezk, Lwiw (Lemberg) und Charkow erhielten eine letzte Frist. Polen wittert nun seine Chance.

HB BUKAREST/WARSCHAU. Eine Entscheidung über den Status der restlichen drei Kandidaten aus der Ukraine wurde auf den 30. November verschoben. Bis dahin haben die Städte noch Zeit, die Beweise für ihre Tauglichkeit zu erbringen. Die polnischen Städte Krakau und Chorzow (Königshütte) wurden als Reserve-Austragungsorte genannt.

"Es gibt in der Ukraine noch riesige Infrastrukturprobleme" sagte Uefa-Präsident Michel Platini. Eine Entscheidung über Kiew als anvisierten Endspielort sei ebenfalls noch nicht gefallen. Dort könnten Gruppen-, Viertel- und Halbfinale stattfinden. Das Finale werde aber nur dann in der ukrainischen Hauptstadt stattfinden, wenn in dem nächsten Halbjahr erhebliche Verbesserungen gemacht würden. Sollte das Endspiel nicht in Kiew angepfiffen werden können, finde es in Warschau statt. Polen und die Ukraine tragen das Turnier vom 9. Juni bis 1. Juli 2012 gemeinsam aus.

"Ich sehe diese Entscheidung als faires Angebot, beiden Gastgebern zu vertrauen und nicht zu früh zum Scheitern zu verurteilen", sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger, der erstmals in der Exekutive der Europäischen Fußball-Union (Uefa) mitwirkte. "Das Paritätsprinzip scheint in der Ukraine sportpolitisch und politisch eine große Rolle zu spielen", meinte Zwanziger, "deshalb hat das Land großes Interesse, alle vier Standorte bestätigt zu bekommen. In allen drei zunächst durchgefallenen Orten lasse die Infrastruktur zu wünschen übrig, erklärte die Uefa. Wegen der schweren Wirtschaftskrise hinkt unter anderem der Bau von Hotels hinterher. Dem Ausbau der Stadien hat die ukrainische Regierung Vorrang eingeräumt.

Ausweichspielorte außerhalb der Ukraine werde es, so die Uefa, nicht geben. Offen ist nur noch die Frage, ob eine 4+2- oder die angestrebte 4+4-Lösung realisiert wird. Dennoch hofft Polens Sportminister Miroslaw Drzewiecki, dass auch die polnischen Städte Krakau und Chorzow noch zu Euro-Gastgebern werden. Beide Städte würden an den Vorbereitungen teilnehmen, als ob sie weiterhin potenzielle Kandidaten wären, erklärte Drzewiecki am Mittwoch in Warschau.

Drzewiecki verwies darauf, dass es noch keine endgültige Entscheidung über die restlichen Kandidaten aus der Ukraine gebe. Die ausgeschiedenen polnischen Städte könnten deshalb nach dem 30. November "zum Spiel zurückzukehren". Er wünsche den ukrainischen Partnern den Erfolg, doch als ein bei der Umsetzung von Großprojekten erfahrener Politiker wisse er, dass manchmal auf Reserven zurückgegriffen werden muss. Solange alles noch nicht unter Dach und Fach sei, sei alles möglich, so Drzewiecki.

Der Bürgermeister von Krakau, Jacek Majchrowski, zeigte sich nach der Uefa-Entscheidung sehr enttäuscht. Er sei wütend auf die Uefa, sagte der Politiker. Bislang habe seine Stadt als die am besten vorbereitete Spielstätte gegolten.

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