Fußball Europa-League
Bitteres Europacup-Aus für "Herbstmeister" BVB

Höhenflug in der Bundesliga, Absturz in der Europa League: Ausgerechnet die Auswärtskönige von Borussia Dortmund sind am Mittwoch in ihrem "Endspiel" beim FC Sevilla gescheitert und haben damit als einziger deutscher Club den Einzug in die K.o.-Runde des europäischen Wettbewerbs verpasst. BVB-Coach Jürgen Klopp zeigte sich enttäuscht - auch von den spanischen Gastgebern.

Ausgerechnet für den souveränen Bundesliga-Herbstmeister Borussia Dortmund ist das Unternehmen Europa League als einziger der drei deutschen Vertreter vorzeitig beendet. Die Westfalen kamen im Gruppen-Endspiel um den Einzug in die Zwischenrunde nicht über ein 2:2 (1:2) beim FC Sevilla hinaus und landeten nach dem ersten herben Rückschlag in einer bislang sensationellen Saisonverlauf auf dem dritten Rang hinter Paris St. Germain und den Iberern. Am Ende fehlte der bislang stärksten Auswärtsmannschaft der Liga lediglich ein Tor zum Überwintern auf der europäischen Bühne.

"Die Gegentore waren nicht notwendig. Wir haben es verpasst, das dritte Tor zu machen. Es war möglich. Sevilla hat nur auf Zeit gespielt. Das war für eine solche Mannschaft peinlich", erklärte Trainer Jürgen Klopp nach der Partie.

Der Japaner Shinji Kagawa hatte die Borussen bereits in der vierten Minute in Führung geschossen, bevor der zweimalige Uefa-Cup-Sieger die Partie schon vor der Halbzeitpause durch einen Doppelschlag mit Treffern von Nidri Romaric (31.) und Frederic Kanoute (35.) drehte. Neven Subotic (49.) gelang nur noch der Ausgleich. "Der Frust ist natürlich sehr groß. Wir haben alles nach vorne geworfen, um das Wunder noch zu schaffen. Aber Sevilla hat das auch geschickt gemacht. Eigentlich hätte der Schiedsrichter einige Minuten draufpacken müssen", sagte Subotic zum Zeitspiel der Gastgeber.

Die beiden Mannschaften befanden sich vor 35 000 Zuschauern im Estadio Sanchez Pizjuan, darunter 4 000 BVB-Fans, gerade in der Abtastphase, da schlug Kagawa zu. Der Schuss des Japaners von der Strafraumgrenze wurde von Sevillas Julien Escude abgefälscht und landete wie aus heiterem Himmel im Tor. Der Start nach Maß verlieh den Borussen die nötige Sicherheit für weitere sehenswerte Kombinationen.

Angriffe nach einer Viertelstunde

Das Team von Trainer Jürgen Klopp, der auf die Anfangsformation des letzten Sieges in der Bundesliga gegen Werder Bremen (2:0) gesetzt hatte, musste sich jedoch nach einer Viertelstunde der ersten gefährlichen Angriffe der Gastgeber erwehren. Torhüter Roman Weidenfeller rückte in den Blickpunkt, als er mit einem Reflex gegen Luis Fabiano (15.) parierte und eine Minute später nach einem Distanzschuss von Alexis erneut bravourös klärte.

Die Spanier, die in der Primera Division zuletzt fünf Niederlagen in Folge kassierten, blieben jedoch zumeist mit Standardsituationen gefährlich, während die Westfalen versuchten, das Spiel in die Hälfte der Gegners zu verlagern. Doch blieb dass Passspiel des BVB bis zum Pausenpfiff in der Offensive zu unpräzise.

Unkonzentriertheiten in der Abwehr

Zudem leistete sich die Abwehr mit den wenigsten Gegentreffern in der Bundesliga-Hinrunde einige ungewohnte Unkonzentriertheiten. Die nutzte Sevilla zum Ausgleichstreffer durch Romanic, als Lukasz Piszczek dem Torschützen den Ball bei seinem Abwehrversuch unfreiwillig servierte. Ein erneuter Blackout in der BVB-Offensive führte zum 1:2 durch Kanoute, der mit einem Kopfball erfolgreich war.

Nach der Pause agierten die Borussen wesentlich druckvoller und kamen durch einen Kopfball von Subotic nach einem Eckball von Nuri Sahin zum Ausgleich. Der BVB setzte nach, weil die Andalusier nicht mehr die Torgefährlichkeit der ersten 45 Minuten entwickeln konnten und versuchten, das Spiel zu verwalten und über die Runden zu bringen.

© SID

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