Fußball Europa-League
Europacup für Stuttgart als lästige Pflicht

Der VfB Stuttgart hat in der Europa League die K.o.-Runde bereits erreicht. Trainer Jens Keller denkt vor dem fast bedeutungslosen Spiel in Bern deshalb bereits an die Bundesliga.

Die Europa League ist Nebensache, nur der Abstiegskampf zählt: Der VfB Stuttgart wird heute (19.00 Uhr/Sky) bei den Young Boys Bern mit einer B-Elf antreten. Trainer Jens Keller hat vor dem so gut wie bedeutungslosen Europa-League-Spiel längst schon wieder die Bundesliga im Kopf. "Natürlich denke ich in unserer Situation bereits an das nächste Bundesligaspiel gegen Hoffenheim", sagt Keller, "da müssen wir gewinnen - und am besten noch einige Male mehr in den nächsten Wochen".

Auch für Sportdirektor Fredi Bobic ist das brisante Derby am kommenden Samstag entscheidend: "Für uns steht die Partie gegen Hoffenheim über allem." International hat der VfB in dieser Saison bislang alle vier Spiele gewonnen, der Gruppensieg in der Europa League ist den Schwaben nur noch theoretisch zu nehmen. In der Bundesliga rutschte Stuttgart nach der 2:4-Niederlage gegen den Hamburger SV am vergangenen Wochenende dagegen auf den vorletzten Platz ab und steckt tief in der Krise.

"Wir befinden uns im Ausnahmezustand", sagte Präsident Erwin Staudt. Die Weihnachtsfeier der Profis wurde bereits gestrichen, weil es "nichts gibt, was wir zu feiern haben". Die volle Konzentration gilt der Bundesliga, deshalb schont Keller in Bern etliche Stammkräfte. Neben Serdar Tasci, den zuletzt Oberschenkelprobleme geplagt hatten, bleiben auch Cacau, Timo Gebhart und Matthieu Delpierre zu Hause. Die noch angeschlagenen Stefano Celozzi und Johan Audel reisten ebenfalls nicht mit in die Schweiz.

Ersatzleuten und Nachwuchsspielern Spielpraxis geben

Ciprian Marica fehlt nach seiner Tätlichkeit gegen Getafe in der Europa League wegen einer Rotsperre. Am Samstag gegen den HSV flog der Rumäne wegen Schiedsrichterbeleidigung erneut vom Platz und bekam vom Verein anschließend eine Geldstrafe in Höhe von 50 000 Euro aufgebrummt. Auch Zdravko Kuzmanovic musste 20 000 Euro zahlen, weil er nach der Niederlage in Hamburg in der Kabine verschwand, statt sich mit der Mannschaft bei den Fans zu bedanken.

Keller will die Europa League nutzen, um Ersatzleuten und Nachwuchsspielern Spielpraxis zu geben: "Die Spieler, die in den letzten Wochen wenig gespielt haben, können sich in Bern über 90 Minuten auf hohem Niveau zeigen." So werden voraussichtlich Mamadou Bah, Elson und Daniel Didavi eine Chance erhalten. Der 20 Jahre alte Innenverteidiger Ermin Bicakcic, der normalerweise für den VfB II in der 3. Liga spielt, könnte zu seinem zweiten Profi-Einsatz kommen.

Möglicherweise könnte es in Bern auch zu einem Duell der Degen-Brüder kommen. Stuttgarts Philipp Degen stand am Samstag in Hamburg nach langer Pause wieder in der Startformation. Berns David Degen ist ebenfalls einsatzbereit.

© SID

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