Fußball Europa-League
Gegen Lissabon gibt es für Hertha keine Ausreden mehr

Im ersten Spiel nach dem Rauswurf von Lucien Favre stehen die Spieler von Hertha BSC Berlin in der Verantwortung. Bei Sporting Lissabon muss in der Europa League ein Erfolg her.

Sündenbock Lucien Favre ist weg, nun gibt es für die Spieler von Hertha BSC keine Ausreden mehr: Die Profis des Berliner Bundesligisten stehen heute in der Europa League bei Sporting Lissabon (21.05 Uhr/live bei Sat.1 und Sky) unter Druck. Bei einer Niederlage im Spiel eins nach dem Rauswurf des Schweizer Cheftrainers würde die Mannschaft die geballte Kritik abbekommen.

Wie sehr die Nerven bei den Spielern blank liegen, zeigte sich nach dem Abschlusstraining in Berlin. Kein Hertha-Profi wollte sich zur aktuellen Lage äußern. Als Routinier Pal Dardai einem TV-Team doch sein Okay für ein Interview gab, brach der Ungar das Gespräch nach nur einer Frage ab. "Zu provokativ" meinte Dardai.

Lockerheit statt Taktik-Training

Interimscoach Karsten Heine bemühte sich derweil um Lockerheit. Kein langes Taktik-Training wie bei Favre, stattdessen ein Spielchen. "Die Spieler müssen auf dem Feld wieder die einfachen Dinge beherzigen. Sie brauchen Mut und Selbstvertrauen", sagte der bisherige U23-Trainer, der zum vierten Mal Trainer der ersten Mannschaft ist.

Für zusätzliche Hektik sorgt weiter die Suche nach einem langfristigen Nachfolger für Favre. Präsident Werner Gegenbauer wird gar nicht zum Spiel reisen, Manager Michael Preetz war am Mittwoch nicht mit der Mannschaft geflogen und wird erst zum Anpfiff in Lissabon erwartet. "Er hat ja zu tun in Berlin", sagte Pressesprecher Peter Bohmbach nach der Landung in Portugal.

Die Liste der Kandidaten wird immer länger. Nachdem Lothar Matthäus wohl aus dem Rennen ist, dürfte auch der geneigte Ex-Bundestrainer Berti Vogts dem Anforderungsprofil nicht entsprechen. Hans Meyer und Friedhelm Funkel können da schon mehr Erfahrungen im Abstiegskampf vorweisen. Wahrscheinlich wird der neue Mann erst in der kommenden Woche präsentiert.

Ebert fehlt, Kacar wieder fit

Im Vergleich zum 1:5-Debakel in Hoffenheim kann Heine aus Mangel an Alternativen kaum Umstellungen vornehmen. Mittelfeldmotor Patrick Ebert fehlt wegen einer Knieverletzung, dafür meldete sich Gojko Kacar zurück. Arne Friedrich kann trotz eines Blutergusses wohl spielen. Nach dem mageren 1:1 im Auftaktspiel gegen Ventspils darf sich Hertha keine Niederlage erlauben, um in der Gruppe D nicht frühzeitig zurückzufallen. Lissabon hatte im ersten Spiel beim niederländischen Pokalsieger SC Heerenveen 3:2 gewonnen.

Voller Optimismus geht Sporting in die Partie, obwohl der Stammklub von Figo und Cristiano Ronaldo in der Liga nach der 0:1-Niederlage am Wochenende gegen Meister FC Porto nur auf Rang fünf liegt. "Wir sind Favorit und werden das mit einem Sieg auch beweisen", tönte Stürmer Caicedo. Zu den Leistungsträgern gehören Mittelfeld-Chef Joao Moutinho sowie der eingebürgerte brasilianische Stürmer Liedson, der Portugal durch seinen Treffer zum 1:1 in Dänemark vor dem Aus in der WM-Qualifikation bewahrt hatte.

© SID

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