Fußball Europa-League
Hertha vor dem Spiel des Jahres

Hertha BSC Berlin steht vor dem Play-off-Rückspiel der Uefa Europa League enorm unter Druck. Die Elf von Lucien Favre muss die 1:2-Hinspielniederlage drehen, um weiter zu kommen.

Die Stars wollen Verstärkungen, der Manager verlangt totale Hingabe, der Trainer fordert mehr Konzentration: Vor dem "Alles-oder-Nichts"-Spiel heute (18.15 Uhr/live im DSF) im Play-off-Rückspiel der Europa League gegen Bröndby IF ist bei Hertha BSC Berlin mächtig Feuer unter dem Dach. Nur, wenn die Berliner die 1:2-Hinspielniederlage gegen die Dänen drehen und die lukrative Gruppenphase erreichen, könnten die Brandherde gelöscht werden. Ansonsten droht bereits vier Wochen nach dem Saisonstart Explosionsgefahr.

Preetz fordert "totale Hingabe"

"Wir müssen totale Hingabe und volle Präsenz zeigen, die einfachen Tugenden abrufen. Nur so kommt der Erfolg zurück. Dann steigt auch die Stimmung wieder", sagte Manager Michael Preetz. Drei Niederlagen in Folge, Platz 13 in der Liga und das drohende Aus auf europäischer Bühne sorgen für unzufriedene Gesichter beim Hauptstadtklub. Die Angst vor einem kompletten Fehlstart geht um.

Einige Führungsspieler haben ihre Unzufriedenheit zuletzt auch öffentlich kundgetan. Kapitän Arne Friedrich machte "fehlende Qualität" für die ernüchternden Ergebnisse verantwortlich, auch Torhüter Jaroslav Drobny forderte neue Spieler. Preetz konterte die Spielerkritik: "Alles im Spiel abzurufen, ist keine Frage der Qualität, sondern eine Frage der Einstellung."

Weitere Verstärkungen sollen kommen

Doch auch der Manager weiß, dass nach den Abgängen von Andrej Woronin, Marko Pantelic und Josip Simunic im Kader dringend nachgebessert werden muss. Das Erreichen der Gruppenphase mit einer garantierten Einnahme von etwa einer Million Euro käme für den klammen Bundesliga-Vierten der vergangenen Saison wie gerufen. Preetz: "Ein Weiterkommen gegen Bröndby würde unseren Handlungsspielraum erweitern."

Ein bis zwei Offensivspieler sollen noch bis zum Ende der Transferfrist am 31. August zur Hertha wechseln. Nach dem Ellenbogen-Bruch des Brasilianers Raffael, der mindestens drei Wochen ausfällt, haben die Berliner derzeit in Waleri Domowtschiski nur einen einzigen gesunden Stürmer. Der Einsatz von Rückkehrer Artur Wichniarek (Rückenprobleme) ist fraglich.

Keine Ausreden

Trainer Lucien Favre lässt jedoch keine Ausreden zu. "Wir wollen in die Gruppenphase, denn dort können wir auf Top-Teams treffen. Das wäre für die Entwicklung der Mannschaft sehr wichtig", sagte der Schweizer, der seinen Spielern im Training auf der Taktik-Tafel aggressives Angriffsspiel aufzeigte. Doch Favre warnte: "Die Ausgangslage ist extrem gefährlich. Wir müssen sehr konzentriert sein."

Die Dänen jedenfalls strotzen nach zuletzt zwei Ligasiegen mit neun Treffern vor Selbstvertrauen. "Wir holen uns ein Unentschieden in Berlin und kommen weiter", sagte Stürmer Morten Rasmussen.

© SID

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