Fußball Europa-League
HSV schießt sich Euro-Frust von der Seele

Nach einem 0:3 zum Auftakt in der Europa League hat der Hamburger SV gegen Hapoel Tel Aviv dem ersten Sieg gefeiert. Gegen den israelischen Vertreter gab es ein 4:2 (3:1).

Zwei Wochen nach dem peinlichen 0:3 bei Rapid Wien hat sich der Hamburger SV mit einem 4:2 (3:1)-Erfolg über Hapoel Tel Aviv in der Europa League zurückgemeldet. Mit einem schnellen Doppelpack (5., 12) brachte 9,5-Millionen-Einkauf Markus Berg die Gastgeber schnell in Führung und überwand damit auch seine persönliche Formkrise. Eljero Elia (40.) erzielte noch vor der Pause den dritten Treffer in einer Partie, in der die Hamburger sich selbst das Leben trotz klarer spielerischer Überlegenheit unnötig schwer machten. Erst Ze Roberto (78.) sorgte mit seinem Tor zum 4:2 für die Erlösung.

So leisteten sich die Hanseaten im Gefühl des sicheren Sieges Unachtsamkeiten in der Hintermannschaft, die Etey Shechter (37.) und Samuel Yeboah (62.) zu den Anschlusstreffern nutzten. Die Partie wurde damit zwischendurch unnötig spannend, zumal Ze Roberto in der 66. Minute mit einem Foulelfmeter an Torwart Vincent Enyeama scheiterte. Walid Badir hatte zuvor Berg im Strafraum zu Fall gebracht und dafür die Rote Karte von Schiedsrichter Istvan Vad gesehen.

Celtic wartet

Der HSV kann nach diesem Erfolg wieder vom Finale der Europa League träumen, das am 12. Mai 2010 im HSV-Stadion ausgetragen wird. Nächster Gegner im dritten Gruppenspiel ist am 22. Oktober Celtic Glasgow, das überraschend sein Auftaktmatch gegen Tel Aviv mit 1:2 verloren hatte.

HSV-Trainer Bruno Labbadia musste kurzfristig auf Nationalspieler Piotr Trochowski verzichten. Der Mittelfeldspieler war an einer Erkältung erkrankt und bekam von den Mannschaftsärzten Bettruhe verordnet. Für den 25-Jährigen erhielt der 19 Jahre alte Torun eine Bewährungschance und konnte im ersten Durchgang überzeugen. Die zuletzt angeschlagenen Guy Demel und Ze Roberto wurden rechtzeitig fit und standen in der Hamburger Startformation.

HSV macht von Anfang an Druck

Bei empfindlicher Kühle wollten nur etwa 25 000 Fans die Partie zu der späten Anstoßzeit um 21.05 Uhr live im Stadion sehen. Dabei standen die Hanseaten nach der 0:3-Pleite im ersten Gruppenspiel vor 14 Tagen in Wien unter Zugzwang, um eine aussichtsreiche Chance auf das Weiterkommen in Gruppe C zu wahren.

Die Gastgeber setzten die defensiv eingestellten Israelis von Anfang an unter Druck. Nach den schnellen Toren von Berg entwickelte sich eine einseitige Partie, die teilweise Trainingsspielcharakter hatte. Mladen Petric mit einem Kopfball (8.) und Elia (17.) mit einem Schlenzer an die Latte, hatten weitere 100-prozentige Torgelegenheiten.

Der niederländische Nationalspieler wurde in der zweiten Halbzeit geschont und durch seinen Landsmann Romeo Castelen ersetzt. Die Hamburger rannten weiterhin auf das Tor der Gäste, waren aber bei Kontern anfällig.

© SID

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