Fußball Europa-League
Jansen und Berg schießen HSV in die K.o.-Runde

Mit einem 2:0 (0:0) gegen Rapid Wien hat sich der Hamburger SV den vorzeitigen Einzug in die K.o.-Runde der Europa League gesichert. Marcell Jansen und Marcus Berg trafen.

Der Hamburger SV hat nach einem erfolgreichen Geduldsspiel mit seiner stark ersatzgeschwächten Mannschaft vorzeitig die K.o.-Runde der letzten 32 in der Europa League erreicht. Nach dem 2:0 (0:0)-Heimsieg gegen Rapid Wien sind die Hanseaten nicht mehr von einem der ersten beiden Plätze in der Gruppe C zu verdrängen.

Im abschließenden Spiel am 17. Dezember bei Hapoel Tel Aviv geht es im direkten Duell mit den Israelis nur noch um den Gruppensieg. Marcell Jansen (47.) und Marcus Berg (53.) erzielten vor 48 000 Zuschauern die Tore für die Norddeutschen.

Rost: "Ein Tor aus dem Nichts"

"Manchmal schießt man ein Tor aus dem Nichts - wie wir das erste. Aber wenn man dann keinen reinbekommt, dann reicht es. Für diesen Sieg können wir uns jedoch in der Bundesliga nichts kaufen. Am Wochenende geht es wieder von vorn los, da heißt es wieder drei Punkte zu holen", meinte Torhüter und Kapitän Frank Rost. "Die Mannschaft hat sich ein Riesenkompliment verdient, wie sie die Verletzungen vieler Spieler immer wieder wegsteckt. Wir haben eine sehr konzentrierte Leistung abgerufen und hochverdient gewonnen. Wir haben fast nichts zugelassen und die nötige Geduld mitgebracht. Das hat die Mannschaft hervorragend gemacht. Es wäre falsch, jemanden herauszuheben, weil wir heute ein echtes Team waren", sagte HSV-Trainer Bruno Labbadia.

Ohne neun verletzte Leistungsträger entwickelte sich die Partie in der ersten Halbzeit genau so, wie Labbadia es erwartet hatte: "Rapid steht konzentriert in der Defensive, wir werden viel Geduld brauchen." Die Hanseaten taten sich sehr schwer, ein konstruktives Angriffsspiel aufzuziehen. Sie hatten zwar wesentlich mehr Spielanteile, gefährliche Aktionen konnten sie jedoch nur selten entwickeln.

Labbadia musste kurzfristig auch noch auf Stürmer Tunay Torun (Prellung) verzichten. Der Niederländer Eljero Elia wurde nach dem schweren Foul in Mainz am vergangenen Samstag doch nicht mehr rechtzeitig fit. Labbadia begann die Partie deshalb mit Marcus Berg als einziger nomineller Spitze.

Jonathan Pitroipa und erstmals nach fast acht Wochen Verletzungspause Mladen Petric saßen auf der Bank. Der Kroate feierte dann in der 75. Minute sein lang erwartetes und von den Fans lautstark bejubeltes Comeback.

Im Mittelfeld bekamen in Robert Tesche und Tomas Rincon zwei Spieler eine Bewährungschance, die in dieser Saison nur selten zum Einsatz kamen. Kapitän David Jarolim waren zudem die Nachwirkungen einer Magen-Darm-Erkrankung anzumerken.

Jansen eiskalt vor dem Kasten

Angesichts der zahlreichen Änderungen fand der HSV nur schwer seinen Rhythmus. Die von rund 8 000 Landsleuten lautstark unterstützten Gäste warteten tief gestaffelt in ihrer Hälfte und versuchten, durch Konter zum Erfolg zu kommen. Die erste und einzige HSV-Chance in der ersten Halbzeit resultierte folglich aus einem Freistoß von Jansen (23.).

Der Nationalspieler nutzte dann aber nur zwei Minuten nach Wiederbeginn eiskalt einen schweren Abwehrfehler von Verteidiger Milan Jovanovic, der den Ball in den Lauf von Jansen köpfte. Die Partie bekam nun das Tempo und die Spannung, die in der ersten Hälfte fehlte. Rapid öffnete die Abwehr und wurde dadurch anfälliger. Die Folge war der sehenswerte Drehschuss von Berg zum 2:0.

Auf der anderen Seite hatte der HSV Glück, dass Schiedsrichter Hendrikus Nijhuis bei einem harten Einsteigen von Torwart Frank Rost gegen Nikica Jelic nicht auf Foulelfmeter entschied. Der österreichische Rekordmeister bemühte sich zwar bis zum Schluss um eine Ergebnisverbesserung, insgesamt brachte der HSV die Partie aber souverän zu Ende.

© SID

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