Fußball Europa-League
Kießling gegen Atletico Madrid vor Comeback

Für Bayer Leverkusen geht es im Europa-League-Spiel gegen Atletico Madrid um nichts mehr. Nationalspieler Stefan Kießling feiert hingegen nach 88-tägiger Leidenszeit sein Comeback.

Für Bayer Leverkusen ist das Duell mit Titelverteidiger Atletico Madrid nur noch eine lästige Pflichtaufgabe, für Nationalspieler Stefan Kießling womöglich das Ende der 88-tägigen Leidenszeit. Der 26 Jahre alte Torjäger steht im für Gruppensieger Leverkusen unbedeutend gewordenen Europa-League-Spiel gegen Forlan und Co. am heutigen Donnerstag (19.00 Uhr/Sky und Sat.1) vor seinem Comeback im Bayer-Dress.

"Ich bin früher fit als erwartet. Das ist ein Zeichen dafür, dass wir gut gearbeitet haben. Ich hoffe auf einen Einsatz vor der Winterpause", sagte Kießling, der am 19. September gegen seinen Ex-Klub 1. FC Nürnberg einen Syndesmoseriss erlitten hatte. Ein erstes Ziel hat der Torjäger jedenfalls schon erreicht: Trainer Jupp Heynckes berief den gebürtigen Franken in den Kader für die Partie gegen die Spanier.

Erst vor gut zehn Tagen hatte Kießling das Mannschaftstraining wieder aufgenommen und Heynckes seitdem vollauf überzeugt. "Stefan hat ein intensives Reha-Programm durchgeführt und auch im Mannschaftstraining sah es gut aus. Vielleicht besteht die Möglichkeit, ihn nach der Pause einzuwechseln", sagte der Coach.

Kein Risiko für Kießling

Man solle aber nichts riskieren, ergänzten Heynckes und Kießling unisono. "Das Wichtigste ist, dass ich die komplette Vorbereitung auf die Rückrunde mitmache und und zum Auftakt gegen Borussia Dortmund zur Verfügung stehe", betonte Kießling. Wohl wahr, einen Kießling in der Form des Vorjahres, als er 21 Treffer in 33 Bundesliga-Spielen erzielte, könnte Bayer gut gebrauchen. Zumal Patrick Helmes und Eren Derdiyok zuletzt sehr schwankend in ihrer Formkurve waren.

In der Startelf wird Kießling aber nicht stehen. Da will Heynckes wie schon in den letzten Europa-League-Spielen seinen zweiten Anzug testen. Leistungsträger wie Arturo Vidal, Simon Rolfes oder Tranquillo Barnetta dürften auch im Hinblick auf das letzte Hinrundenspiel gegen den SC Freiburg am Sonntag geschont werden. Nationaltorhüter Rene Adler ist indes schon in die Winterpause gegangen. Um seine Patellasehnenbeschwerden besser auszukurieren, verzichtet der Keeper auf die letzten beiden Spiele des Jahres. Für Adler rückt Fabian Giefer zwischen die Pfosten.

Mit nötigem Ernst gegen Madrid

Trotzdem werde man die Partie mit dem nötigen Ernst angehen, so Heynckes: "Für mich gibt es keine Freundschaftsspiele, sondern nur Spiele, die nützlich sind und einen weiterbringen." Inwieweit Atletico das Spiel weiterbringt, ist dagegen fraglich. Selbst bei einem Sieg könnte für die Madrilenen alles aus sein. Sollte Aris Saloniki gegen Rosenborg Trondheim gewinnen, wäre der K.o. des Titelverteidigers in der Vorrunde besiegelt, da der direkte Vergleich klar zugunsten der Griechen ausfällt.

"Wir wollen das Spiel gewinnen und uns nicht nachsagen lassen, nicht alles gegeben zu haben", sagt Lars Bender, der vermutlich in der Startelf stehen wird. Den Titelverteidiger aus den Wettberb zu befördern, hat bei den Leverkusenern einen gewissen Reiz. Schließlich soll der Weg von Bayer in der Europa League noch ein wenig weitergehen.

© SID

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