Fußball Europa-League
Leverkusen zittert sich zum Gruppensieg

Im "Kühlschrank" von Trondheim hat sich Bayer Leverkusen gegen Rosenborg in der Europa League zu einem 1:0 (1:0)-Sieg gezittert und damit den Gruppensieg perfekt gemacht.

Bayer Leverkusen hat sich dank Sidney Sam in die K.o-Runde der Europa League "gezittert". Bei Temperaturen von minus 15 Grad erzielte der U21-Nationalspieler den 1:0 (1:0)-Siegtreffer für die Werkself beim norwegischen Meister Rosenborg Trondheim. Damit sicherte sich Bayer am vorletzten Spieltag den Gruppensieg und machte den Einzug in die Zwischenrunde vorzeitig perfekt.

Vor nur 11 096 Zuschauern im "Gefrierschrank" Lerkendal-Stadion fiel das Tor des Tages von Sam bereits in der 35. Minute. Nach dem 62. Bayer-Sieg im 144. Europacup-Spiel der Vereinsgeschichte ist für die Leverkusener das abschließende Spiel in der Gruppe B gegen Titelverteidiger Atletico Madrid am 16. Dezember damit bedeutungslos geworden.

"Wir haben es bei den schwierigen Bedingungen sehr gut gemacht. Wir wollten unbedingt gewinnen. Ich bin froh, dass wir den Gruppensieg geschafft haben und nun weiter sind", sagte Matchwinner Sam und ergänzte: "Im Moment habe ich einen kleinen Lauf. Das war ein super Tor aus dem Stand."

Neuformierte Bayer-Elf mit Courage

Die völlig neuformierte Bayer-Elf - Jupp Heynckes veränderte seine Startelf im Vergleich zum Hoffenheim-Spiel auf acht Positionen - überzeugte auf dem tiefgefrorenen Boden in der ersten Halbzeit mit einer couragierten Leistung. Erst in der zweiten Halbzeit gerieten die Rheinländer ein wenig in Bedrängnis, retteten aber den knappen Erfolg über die Zeit.

Dabei feierte der 20-jährige Fabian Kiefer im Bayer-Tor eine gelungene Europacup-Premiere. Der Youngster war für den verletzten Nationalkeeper Rene Adler zwischen die Pfosen gerückt. Die Leverkusener Nummer eins war bereits am Mittwochmorgen nach München zum Bayern-Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt abgereist, nachdem er im Abschlusstraining einen Hexenschuss erlitten hatte.

Doch Giefer machte seine Sache gut, wenngleich er nicht gar soviel zu tun bekam. Im ersten Durchgang hatten die Gastgeber durch einen 20-m-Schuss von Morten Moldskred (10.) und einem Kopfball des Ex-Rostockers Rade Prica (17.) noch die besten Gelegenheiten.



Sam aus der Distanz

Gefährlicher waren da schon die Bayer-Akteure, die bereits das Hinspiel mit 4:0 gewonnen hatten. So tauchte in der elften Minute Lars Bender gefährlich vor dem Rosenborg-Tor auf, ehe Nicolai Jörgensen mit einem Distanzschuss knapp scheiterte (33.). Zwei Minuten später war es dann doch passiert, als Sam mit einem 18-m-Schuss Daniel Örlund keine Chance ließ. Der Außenstürmer, der für den Schnäppchenpreis von 2,2 Mill. Euro vor der Saison nach Leverkusen gekommen war, erzielte damit schon seinen achten Pflichtspieltreffer.

Kurz vor der Pause hätte Patrick Helmes sogar auf 2:0 erhöhen können, doch sein Schuss ging knapp neben das Tor (40.). Der Stürmer, der im Hinspiel bereits dreimal getroffen und sich zuletzt über sein Reservistendasein beschwert hatte, bekam mal wieder eine Chance von Beginn an. Dafür hatte Heynckes unter anderem Renato Augusto und Arturo Vidal geschont. Kapitän Simon Rolfes und Tranquillo Barnetta waren erst gar nicht mit nach Norwegen gereist.

Mit der Führung im Rücken ließ es Bayer etwas lässiger angehen und wurde fast bestraft. Nach einem Kopfball von Steffen Iversen rettete der finnische Abwehrriese Sami Hyypiä auf der Linie (46.). Drei Minuten später parierte Giefer einen Schuss von Price (49.), bevor die Partie wieder dahin plätscherte. Brenzlig wurde es für Bayer nochmal Mitte der zweiten Halbzeit. Zunächst hatte Vadim Demidov per Kopf eine gute Chance (71.), dann setzte Prica einen Schuss knapp neben das Tor (73.).

© SID

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