Fußball Europa-League
Opfer der Krawalle von Belgrad gestorben

Ein bei Ausschreitungen im Vorfeld des Europa-League-Spiels zwischen Partizan Belgrad und dem FC Toulouse schwer verletzter Gäste-Fan ist in einem Belgrader Krankenhaus verstorben.

Gut zwei Wochen nach den Krawallen beim Europa-League-Spiel zwischen Partizan Belgrad und dem französischen Erstligisten FC Toulouse ist ein Gäste-Fan seinen schweren Verletzungen in einem Krankenhaus der serbischen Hauptstadt erlegen.

Den Tod des 28 Jahre alten Brice Tanton bestätigte ein Sprecher der Klinik am Dienstag der französischen Nachrichtenagentur afp. Tanton hatte nach den Ausschreitungen aufgrund seiner Kopf- und Brustverletzungen zunächst wiederbelebt werden müssen und befand sich seit seiner Einlieferung ins Hospital in einem kritischen Zustand.

Serbische Hooligans stürmten Gaststätte

Die Ausschreitungen vor Toulouses 3:2-Sieg waren in einer Bar der Belgrader Innenstadt ausgebrochen. 30 serbische Hooligans waren in die Gaststätte gestürmt, wo sich rund halb so viele Franzosen auf die Begegnung eingestimmt hatten.

Die serbische Polizei hat mittlerweile elf Verdächtige festgenommen, darunter auch den vermeintlichen Haupttäter, der nach Aussagen des Staatsanwaltes Slobodan Radovanovic wegen Mordes angeklagt werden wird. Dem Täter droht nach serbischen Recht die Höchststrafe von 40 Jahren.

Schockierter Uefa-Präsident

Schockiert zeigte sich Uefa-Präsident Michel Platini. "Der Tod eines Fans, dessen einziges Verbrechen es war, zu einem Auswärtsspiel zu fahren, ist sehr tragisch", sagte der Franzose: "Wir müssen unseren Kampf gegen Individuen fortsetzen, die den Fußball für ihre Gewalttätigkeiten missbrauchen."

Unterdessen hat der Belgrader Bürgermeister Dragan Djilas den kommenden Donnerstag zum Trauertag erklärt. Der serbische Präsident Boris Tadic sagte, die Verdächtigen erwarte "die härteste Reaktion, die der serbische Staat zu bieten habe".

Die Krawalle könnten für Partizan noch ein Nachspiel haben. Der serbische Klub war erst 2007 aus dem Uefa-Cup ausgeschlossen worden, nachdem seine Anhänger am Rande eines Duells beim bosnischen Rivalen Zrinjski Mostar für schwere Ausschreitungen gesorgt hatten.

© SID

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