Fußball Fifa
Blatter erntet nach Kriegsdrohung harsche Kritik

Fifa-Präsident Joseph S. Blatter sieht sich harscher Kritik ausgesetzt, nachdem er den Klubmannschaften im Streit um Entschädigungszahlungen mit Krieg gedroht hatte. Die Kritiker fordern mehr Besonnenheit im Konflikt.

Die Situation zwischen den internationalen Fußballverbänden und der "G14" ist weiterhin angespannt. Deshalb mahnt der Vizepräsident der Uefa, Per Ravn Omdal, auch die Beteiligten zur Mäßigung auf. Dabei kritisierte der Norweger den Präsidenten des Weltverbandes Fifa, Joseph S. Blatter, am Mittwoch auch deutlich für seine martialische Drohung in Richtung der Vereinsmannschaften. "Sie war unnötig und wenig hilfreich. Wir haben im Moment eine delikate Situation, wir müssen vorsichtiger sein".

Fifa-Boss Blatter hatte der Vereinigung der einflussreichsten Fußball-Klubs in Europa ("G14"), zu der auch die Bundesligisten Bayern München, Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen gehören, am vergangenen Montag auf einer Pressekonferenz in Tunis mit einem "Weltkrieg" gedroht. Anlass der Verbal-Attacke: Die "G14" unterstützt eine Klage des belgischen Klubs SC Charleroi gegen die Fifa. Der Verein fordert vom Weltverband 615 955 Euro Entschädigung, weil sich sein marokkanischer Mittelfeldspieler Abdelmajid Oulmers bei einem Länderspiel gegen Burkina Faso im November 2004 schwer verletzt hatte. Die "G14" selbst fordert vom Weltverband rückwirkend für in den letzten zehn Jahren durch Abstellung von Nationalspielern entstandene Schäden 860 Mill. Euro.

"Wenn sie einen Weltkrieg wollen, können sie ihn haben"

"Wenn sie einen Weltkrieg wollen, können sie ihn haben. Wenn sich ein G14-Klub weigert, Nationalspieler abzustellen, sollte er zukünftig für alle internationalen Klubwettbewerbe gesperrt sein", hatte Blatter gesagt. Emanuel Medeiros, Vorsitzender der europäischen Fußball-Ligen (Epfl), wurde in seiner Kritik am Fifa-Präsidenten noch deutlicher: "Das hat noch mehr Öl ins Feuer gegossen. Es ist nicht im Interesse des Fußballs, einen Krieg zu entfachen. Das ist negativ für die Zukunft des Fußballs und die Sponsoren. Wir müssen die Dinge im Dialog lösen." Auch "G14"-Generalsekretär Thomas Kurth zeigte sich wenig begeistert: "Anstatt Kriegsdrohungen auszusprechen, sollte man vielmehr nach Lösungen für die Probleme der Klubs suchen."

© SID

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