Fußball Fifa
Blatter plädiert für "6 plus 5"-Regelung

Fifa-Boss Joseph Blatter will das Ausländerproblem in den europäischen Klubs mit der Regelung "6 plus 5" beheben. Demnach müssen in absehbarer Zeit sechs nationale Spieler in der Anfangsformation der Klubs stehen.

Das Ausländerproblem speziell in den europäischen Klubs soll künftig mit der Regelung "6 plus 5" gelöst werden. Wie Fifa-Boss Joseph S. Blatter in einem Interview mit dem kicker bestätigte, habe man sich bereits mit der Spielergewerkschaft Fifpro geeinigt: ""6 plus 5" kommt, ganz sicher". Demnach müssen in absehbarer Zeit sechs nationale Spieler in der Anfangsformation der Klubs stehen.

Blatter sieht diese Problematik als Folge des Bosman-Urteils nur in Europa und verspricht sich von dieser Regelung: "Erstens eine höhere Identifikation zwischen Klubs und Fans. Zweitens steigen die Chancen der Talente. Drittens werden die Finanzen der Klubs entlastet, wenn sie verstärkt Spieler aus ihren eigenen Ausbildungsstätten nehmen." Wegen bestehender Spielerverträge könne die Reform jedoch nur Schritt für Schritt umgesetzt werden.

Fifa-Boss spricht sich gegen Salary Cap aus

Blatter forderte außerdem, dass die Profis ihre Berater künftig selbst bezahlen sollen und nicht die Klubs. Darüber hinaus spricht sich der Fifa-Boss gegen die Einführung des so genannten Salary Cap, also einer Gehaltsobergrenze, aus, wie sie von einigen Klubs gefordert wird. "Ich bin dagegen. Der Sport sollte nicht in die freie Wirtschaft eingreifen. Solange Arbeitgeber Löhne zahlen können, sollen sie diese bezahlen."

Der vielfach auch in der Bundesliga gestellten Forderung, wonach Klubs nur einen bestimmten Prozentsatz des Umsatzes für Gehälter ausgegeben dürfen, will Blatter nicht uneingeschärkt folgen, weil es em EU-Recht entgegenstehe.

Eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Politik und Fußball fordert Blatter bei der Kontrolle der weltweiten Geldströme. Bei einigen Spielern wisse man gar nicht mehr, wo sie registriert sind und wer an ihnen beteiligt ist. "Wir können den Fußball nicht so als Freiwild auf dem Markt lassen. Das ist eine Frage der gesellschaftlichen Verantwortung des Fußballs "und wird auch mein zentrales Thema bei meiner Kandidatur auf dem Fifa-Kongress im Mai 2007 sein".

Außerdem äußerte sich Blatter zur Forderung vieler Klubs in Europa nach der Reduzierung der Qualifikationsspiele für die Nationalteams. "Das ist ein rein europäisches Problem, auf allen anderen Kontinenten gibt es diese Vorqualifikationen. Warum nicht in Europa?", fragte Blatter, der zur Terminentlastung vorschlägt, mehr Qualifikationsgruppen mit weniger Mannschaften zu bilden.

"Spielt im Sommer durch"

Zugleich unterstrich Blatter seinen Vorschlag: "Spielt im Sommer durch, gleicht die Saison dem Kalenderjahr an. Im Sommer lässt man die zwei schönsten Monate liegen und macht im Winter Pause. Die Saison sollte von Ende Februar bis Ende November gehen. Dann bliebe ausreichend Regenerationszeit, und man könnte im Winter Qualifikationspiele in zwei Blöcken austragen." Diese Idee werde von den europäischen Großklubs unterstützt.

Zudem kündigte Blatter "den schlauen Ball, den Ball mit dem Chip, wenn nötig über eine Verkabelung des Tores und eine Verbindung zum Schiedsrichter" an. Die Technik sei fast ausgereift. Blatter weiter: "Entscheidungen vor dem Fernseher oder durch den vierten Mann wird es nicht geben, solange ich Präsident bin."

© SID

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