Fußball Fifa Blatter sorgt für Verwirrung

Fiifa-Präsident Joseph S. Blatter hat überraschend entschieden, dass Mahamadou Diarra und Frederic Kanoute am Sonntag nicht für Mali antreten dürfen, um ihren spanischen Klubs zur Verfügung zu stehen.

Der Präsident des Fußball-Weltverbandes Fifa, Joseph S. Blatter, hat mit einer umstrittenen Entscheidung gegen das Nationalteam Malis zugunsten spanischer Erstligisten möglicherweise einen Präzedenzfall geschaffen.

Der Fifa-Boss entschied in einer schriftlichen Anordnung, dass die Profis Mahamadou Diarra von Real Madrid und Frederic Kanoute vom FC Sevilla am Sonntag nicht für ihr Land in der Qualifikation zur Afrikameisterschaft gegen Sierra Leone antreten dürfen. Stattdessen sollen sie zur gleichen Zeit ihren Klubs am letzten Spieltag der Primera Division zur Verfügung stehen.

Damit hat Blatter gegen Statuten der Fifa entschieden, wonach die Termine offizieller Wettbewerbs-Länderspiele vor den Interessen der Klubs zu schützen seien. Vorausgegangen waren Beschwerden der beiden Vereine, die sich bei einem Verzicht auf die genannten Profis gegenüber ihrem Rivalen FC Barcelona im Kampf um den Meistertitel in Spanien im Nachteil sahen. Diarra und Kanoute wurden bereits aus dem Trainingslager Malis zurückbeordert.

Algerische Klubs nicht betroffen

In der Vergangenheit hatten sich europäische Spitzenklubs immer wieder - meist aber vergeblich - geweigert, ihre Spieler zu offiziellen Länderspielen abzustellen. Blatter hatte in diesen Fällen häufig mit der harten Hand der Fifa gedroht - umso überraschender kommt seine Entscheidung im Fall Diarra/Kanoute.

Zumal Blatters Rückrufaktion Malis Nationalspieler Moussa Coulibaly und Oumar Dabo, die bei algerischen Vereinen unter Vertrag stehen, sowie Adama Tamboura (Helsingborg/Schweden) nicht betraf - obwohl deren Klubs am Wochenende ebenfalls im Einsatz sind.

Malis Nationaltrainer, der Franzose Jean-Francois Jodar, hat deshalb beklagt, dass die Fifa mit zweierlei Maß messe und zudem afrikanische Mannschaften auf Druck europäischer Spitzen-Vereine benachteilige. Blatter, der sich derzeit in Südafrika aufhält, hat immerhin versichert, dass sich ein solcher "Irrtum" nicht wiederholen wird.

© SID

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