Fußball Fifa
Blatter trifft sich mit Beckenbauer und Schmidt

Fifa-Präsident Joseph S. Blatter will sich im Mai mit WM-OK-Präsidenten Franz Beckenbauer und "Vize" Horst R. Schmidt treffen. Dann sollen die Themen Ticketing und Sicherheit besprochen werden.

Im Mai will sich Fifa-Präsident Joseph S. Blatter noch einmal mit dem deutschen WM-Organisationskomitee an einen Tisch setzen. Wie der Schweizer am Dienstag bei einem Gespräch mit verschiedenen Medien in Zürich ankündigte, wird auch Fifa-Generalsekretär Urs Linsi bei dem Treffen mit OK-Präsidenten Franz Beckenbauer und "Vize" Horst R. Schmidt dabei sein. Ziel ist es, "Unklarheiten" auszuräumen. "Wir müssen endlich dazu kommen, uns um die wesentlichen Aufgaben zu kümmern, und das ist die Organisation von 64 Spielen in 31 Tagen."

Zuletzt hatte Beckenbauer aus seinem Unverständnis über gewisse kritische Töne von Seiten der Fifa kein Geheimnis gemacht. Spätestens seit der Absage der ursprünglich für den 7. Juni in Berlin geplanten WM-Gala durch die Fifa existieren stärkere atmosphärische Störungen zwischen deutschen WM-OK und dem Weltverband.

Angst vor zu langen Einlasskontrollen

Die größte Sorge bereitet der Fifa aber, dass Fans aus Frust über die Regulierungswut beim Übertragen der Tickets ihre Karte für das WM-Turnier (9. Juni bis 9. Juli) verfallen lassen oder wegen übertriebener Einlasskontrollen erst zur zweiten Halbzeit ins Stadion kommen. Dies ist offiziell der Hauptgrund für den kurzfristig anberaumten Krisengipfel im Mai.

Blatter: "Wir sind uns einig über das Ziel, volle Stadien haben zu wollen. Es gibt Differenzen über den Weg, dieses Ziel zu erreichen. Die deutschen Sicherheitsbehörden stellen Bedingungen, wie es sie noch nie gab, und die Datenschützer vertreten eine andere Meinung. Stellen Sie sich vor, ein Fan wird zurückgewiesen, weil sein Name auf dem Ticket nicht mit seinem Personalausweis übereinstimmt. Sonderkontrolle, die Fans dahinter murren, weil sie nicht ins Stadion kommen. Da entstehen dann die wahren Sicherheitsprobleme."

"Kein Redeverbot für Beckenbauer"

Bei der WM 2010 in Südafrika wird die Fifa den Ticketverkauf über ihre neu gegründete Firma Match (Management, Accomdation = Hotelunterkunft/Transport, Ticketing, Computer, Hospitality = VIP-Karten, Sponsoren) wieder selbst übernehmen.

Energisch zurückgewiesen hat Blatter die Information, ein Redeverbot für Beckenbauer bei der Eröffnungsfeier erteilt zu haben: "Es gibt kein Redeverbot im Fußball, es gibt kein Redeverbot bei der Fifa, und es gibt erst recht kein Redeverbot für jemanden wie Franz Beckenbauer. Aber beim Eröffnungsspiel einer Fußball-WM wollen die Fans keine Reden hören, sondern Fußball sehen. Deshalb ist festgelegt, dass der Fifa-Präsident den höchsten anwesenden Repräsentanten des gastgebenden Staates bittet, die WM offiziell zu eröffnen. Das wird in München Bundespräsident Horst Köhler sein, von dem wir die Zusage haben. Danach bedankt sich der Präsident des organisierenden Verbandes bei der Fifa, die WM ausrichten zu dürfen. Das sind drei Sätze - mehr nicht."

Nominierungsschluss verteidigt

Das wäre dann im Prinzip Gerhard Mayer-Vorfelder. Oder doch Beckenbauer? Blatter vieldeutig: "Auch darüber lässt sich reden." Redebedarf besteht auch, um, so Blatter, eine "gleichlautende Sprachregelung" rund um die abgesagte Eröffnungs-Gala in Berlin zu finden. Kritik des ursprünglich mit der Realisierung beauftragten Künstlers Andreas Heller kommentierte Blatter deutlich ironisch: "Ich bin zu klein für solch einen großen Künstler."

Noch einmal verteidigt hat Blatter die Entscheidung, dass der Nominierungsschluss für den WM-Kader der 15. Mai bleibt. Einige Trainer, unter ihnen Jürgen Klinsmann, hatten eine Verlegung nach hinten gefordert. Blatter: "Wenn ein Trainer am 15. Mai noch nicht weiß, mit wem er zur WM fahren will...". Außerdem können verletzte oder kranke Spieler bis 24 Stunden vor dem ersten Spiel ausgetauscht werden, so der Fifa-Boss.

© SID

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