Fußball Fifa
Blatter wehrt sich gegen Kritik des Europarates

Als nicht gerechtfertigt weist Fifa-Präsident Joseph S. Blatter die Kritik des Europarates wegen seiner Haltung zum Thema Zwangsprostitution während der WM von sich. Die Zuständigkeit läge nicht beim Verband.

Von sich gewiesen hat Fifa-Präsident Joseph S. Blatter die sehr kritischen Aussagen des Europarates wegen seiner vermeintlich passiven Haltung zum Thema Zwangsprostitution während der WM in Deutschland (9. Juni bis 9. Juli). "Die Fifa legt großen Wert auf die Achtung des menschlichen Lebens und der physischen Integrität", betonte Blatter, sieht aber diesbezüglich keine juristische Handhabe: "Die Fragen der Prostitution oder des Frauenhandels liegen nicht im Zuständigkeitsbereich eines internationalen Sportverbandes, sondern vielmehr bei den Behörden und Gesetzgebern eines Landes."

Der parlamentarische Ausschuss des Europarates in Straßburg hatte Blatter am Mittwoch verbal attackiert. Die Schweizer Politikerin Ruth-Gaby Vermot-Mangold hatte sogar behauptet, der Fifa-Boss werde "Teil des Menschenhandels", wenn er diese Praktiken nicht anprangere und dieser Plage den Kampf ansage.

Fifa sozial engagiert

Blatter wies indes auf die verschiedenen sozialen Engagements des Verbandes hin. "Bereits seit einigen Jahren haben wir zusammen mit UN-Spezialorganen und Nichtregierungsorganisationen eigene Kampagnen entwickelt und beschlossen, die WM den Kinderrechten, dem Frieden und dem Kampf gegen Diskriminierung zu widmen", erklärte der Schweizer.

Im Zuge des Turniers in Deutschland wird ein Anstieg der Zwangsprostitution befürchtet. Die immer wieder genannte Zahl von 60 000 Prostituierten, die vor allem aus Osteuropa einreisen sollen, wird von Experten allerdings als viel zu hoch eingeschätzt. Sie dürfte sich eher im vierstelligen Bereich bewegen.

© SID

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