Fußball Fifa
Blatter will Teilnehmer-Quote bei WM verändern

Europas Verbände müssen um mindestens einen Starplatz bei den kommenden Weltmeisterschaften bangen. Fifa-Chef Sepp Blatter will eine Quotenveränderung der Kontinente anregen.

Fifa-Präsident Joseph S. Blatter plant offenbar, mindestens einen Startplatz der Europäischen Fußball-Union (Uefa) bei Weltmeisterschaften an einen anderen Kontinentalverband zu vergeben. Das geht einem Bericht der englischen Tageszeitung Daily Telegraph zufolge aus einer Aussage des Schweizers am Rande seiner Inspektionsreise nach Südafrika in das Land des WM-Gastgebers 2010 hervor.

Demnach wurde Blatter gefragt, ob er einem afrikanischen Team in naher Zukunft den WM-Triumph zutraue. Blatter antwortete, dass nicht-europäische Mannschaften wegen der geringeren Teilnehmerzahl gegenüber dem alten Kontinent benachteiligt seien. "Wir müssen die Zahlen Schritt für Schritt verändern und (die WM) weiter öffnen", wird Blatter bezüglich seiner Pläne zitiert.

13 Europäer bei der WM 2010

2 010 stellt Europa mit 13 Teilnehmern das nach wie vor größte Kontingent der insgesamt 32 Starter. Bei der WM-Endrunde 2006 waren noch 14 europäische Länder dabei, weil Deutschland als Gastgeber automatisch qualifiziert war. Diesen Vorteil genießen in zwei Jahren die afrikanischen Teams, die neben Ausrichter Südafrika weitere fünf Mannschaften ins Rennen schicken.

"Ich hoffe, dass wir eine afrikanische Mannschaft im Halbfinale sehen werden. Aber das Problem sind die (Teilnehmer-)Zahlen. Europa hat 13 Teams - somit ist es leichter für sie, in den Schlussrunden noch präsent zu sein", sagte Blatter laut Daily Telegraph. Bei der WM 2006 in Deutschland waren im Halbfinale vier Europäer (Weltmeister Italien, WM-Finalist Frankreich, der WM-Dritte Deutschland und Portugal) unter sich.

Platini will Europa-Plätze verteidigen

Der Sport-Informations-Dienst (sid) fragte bei Uefa-Präsident Michel Platini nach, was er von den Ausführungen des Fifa-Bosses halte. "Blatter ist in Afrika und spricht für die Afrikaner. Ich werde warten, bis er in Europa ist und er mir das erklärt. Jedenfalls werde ich vehement die Interessen des europäischen Fußballs verteidigen", sagte Frankreichs Fußball-Ikone am Donnerstag.

Fifa-Sprecherin Delia Fischer relativierte die Aussagen Blatters. "Der Präsident hat über eine mittelfristige Perspektive gesprochen. Sicher ist, dass sich der Weltfußball annähert, deshalb muss es legitim sein, über Quotenverteilungen nachzudenken. Außerdem hat Herr Blatter Europa nie ausdrücklich genannt", sagte sie auf sid-Anfrage.

Allerdings ist es kaum vorstellbar, dass die Fifa etwa das südamerikanische Kontingent (4,5 WM-Plätze) reduziert; dabei liegt der Anteil der Conmebol-Starter (10 Teilnehmer an der WM-Qualifikation) bei 45 Prozent. Der Uefa-Anteil beläuft sich bei 53 Mitgliedsverbänden und 13 WM-Startern bei 24,5 Prozent.

© SID

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