Fußball Fifa
Blatter zerstreut Zweifel an WM 2010 in Südafrika

Auf der Sitzung des Exekutivkomitees des Fußball-Weltverbandes Fifa hat Fifa-Präsident Joseph S. Blatter letzte Zweifel an der WM-Gastgeberrolle Südafrikas 2010 zerstreut. Die Frauen-WM 2011 wird im November vergeben.

Fifa-Präsident Joseph S. Blatter hat vor seiner Wiederwahl am kommenden Donnerstag letzte Zweifel an der WM-Gastgeberrolle Südafrikas 2010 zerstreut. "Die Weltmeisterschaft findet 2010 in Südafrika statt. Ich werde selbst vom 16. bis 18. Juni einer Kommission angehören, die alles klar macht, was nicht klar ist. Vor einiger Zeit habe ich gesagt, dass ich notfalls mit Spitzhacke und Schaufel nach Südafrika reise. Jetzt bräuchte ich schon einen Bagger, um denen zu helfen", sagte der Schweizer Chef des Fußball-Weltverbandes nach einer Sitzung des Exekutivkomitees der Fifa am Pfingstsonntag in Zürich.

An dieser nahm letztmals Ex-DFB-Chef Gerhard Mayer-Vorfelder teil, der künftig durch Franz Beckenbauer in der "Regierung" des Weltfußballs ersetzt wird. Die nächste WM-Endrunde am Kap der Guten Hoffnung war eines der Hauptthemen beim Meeting des 24-köpfigen Exekutivkomitees.

Am Mittwoch empfängt Blatter eine "mit sechs oder sieben Ministern" besetzte hochrangige südafrikanische Delegation vor Beginn des Fifa-Kongresses, auf dem sich Blatter für eine dritte Amtszeit als alleiniger Kandidat zur Wahl stellt. Die Organisationskommission der Fifa wird im Übrigen künftig vom Kameruner Issa Hayatou und damit einem Afrikaner geleitet. In den letzten Jahrzehnten stand diesem OK-Komitee stets der ehemalige Uefa-Präsident Lennart Johansson vor, der wie Mayer-Vorfelder am Samstag bei einem Abendessen offiziell als Fifa-Exko-Mitglied verabschiedet wurde.

Blatter freut sich auf Beckenbauer

Blatter freut sich allerdings auch schon auf die Zusammenarbeit mit "Kaiser" Franz Beckenbauer. Der Fifa-Präsident ließ dem deutschen WM-OK-Chef von 2006 übrigens freie Hand bei der Wahl seiner künftigen Aufgaben im Dienst der Fifa: "Er wird eine Art Botschafter, der die Menschen besucht, denen es nicht so gut geht wie ihm, wie er mir selbst gesagt hat. Aber ich habe ihm auch gesagt, es reicht nicht, nur rumzureisen, du musst auch arbeiten und die Leitung eines Komitees übernehmen. Ich habe das Fußball-Komitee für ihn vorgesehen." Auf der konstituierenden Sitzung am kommenden Freitag (1. Juni) wird Beckenbauer erstmals an einer Exko-Sitzung der Fifa teilnehmen.

Auch auf die Dienste von Mayer-Vorfelder wird Blatter aber nicht gänzlich verzichten. Der 74-Jährige soll aufgrund seiner Erfahrung "in verschiedenen Kommission" mit eingebunden werden, denn es wäre "fahrlässig diese Kenntnisse nicht zu nutzen", so Blatter. Zu seinem persönlichen Verhältnis zum drei Jahre älteren Schwaben meinte der Fifa-Boss: "Wir mögen einander sehr."

Überwunden scheinen auch die Querelen zwischen der Fifa und der G14, dem Zusammenschluss der 18 europäischen Top-Klubs. Laut Blatter habe die G14 ihre angestrengten Klagen gegen die Fifa zurückgezogen. Außerdem sei die Vereinigung unter Beteiligung des Bundesliga-Trios Bayern München, Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen bereit, ins Klubforum der Uefa zurückzukehren. Dieses steht unter Führung von Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge. Einen Erfolg verzeichnete Blatter auch im Kampf für den Asien-Cup im Juli. Manchester United sagte eine beabsichtigte Reise nach Malaysia ab, um nicht in Konkurrenz zur Asien-Meisterschaft zu treten.

Blatter fordert mehr Transparenz gegen die "Geißel Doping"

Auch zur jüngsten Doping-Problematik nahm Blatter Stellung. Er setzte sich für noch mehr Transparenz gegen die Geißel Doping ein und berichtete von seiner jüngsten Teilnahme am Stiftungskuratorium der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) in Montreal. "Ich habe mich energisch dafür eingesetzt, dass die Akte Operacion Puerta geöffnet wird, auch wenn der Fußball beteiligt sein sollte", erklärte der Walliser, der auf die Analyse-Statistik der Fifa verwies. Von 23 000 Proben fielen nur 91 positiv aus, darunter befanden sich lediglich sieben Fälle von Steroid-Doping. Der restlichen positiven Befunde hatten Drogen wie Kokain und Marihuana nachgewiesen. Auch bei den Nachwuchs-WM-Turnieren werden künftig die Doping-Analysen forciert.

Blatter verkündete zudem, dass die Vergabe der Frauen-WM 2011 im November im südafrikanischen Durban vollzogen wird. Dann soll auch darüber entschieden werden, ob aufgrund der Erkenntnisse aus der Frauen-WM im September in China sogar eine Erhöhung der Teilnehmerzahlen von 16 auf 24 ins Auge gefasst wird. Zu den Bewerbern um die Gastgeberrolle 2011 zählt unter anderem Deutschland.

Zudem hat die medizinische Kommission beschlossen, künftig eine Höhenbegrenzung für Nationalmannschafts-Wettbewerbe einzuführen. Künftig dürfen Spiele nur noch in maximal 2 500 m Höhe durchgeführt werden. In Südamerika hatte das 3700m hohe La Paz in Bolivien stets für Diskussionsstoff gesorgt, denn viele Nationen sprachen von einer Wettbewerbsverzerrung.

© SID

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