Fußball Fifa
Coe verlässt die Fifa-Ethik-Kommission

Sebastian Coe hat den Vorsitz der Fifa-Ethik-Kommission abgegeben. Als Grund gab der Brite Interessenskollisionen mit seinem Engagement für Englands WM-Bewerbung 2014 und 2022 an.

Lord Sebastian Coe ist die neue Lokomotive der englischen Fußball-WM-Bewerbung: Der Doppel-Olympiasieger über 1500m und ehemalige 800-m-Weltrekordler hat den Vorsitz in der Ethik-Kommission des Weltverbandes Fifa niedergelegt und wird sich stattdessen in Englands Kandidatur für die Ausrichtung der WM-Endrunde 2018 bzw. 2022 engagieren.

Der 52-Jährige wird Vorstandsmitglied des englischen WM-Bewerbungs-Komitees. Das Fußball-Mutterland war letztmals 1966 Weltmeisterschafts-Gastgeber und holte damals durch ein 4:2 n.V. gegen Deutschland im Endspiel im Londoner Wembley-Stadion den bislang einzigen WM-Titel.

Coe, seit Kindesbeinen ein Fan des Michael-Ballack-Klubs FC Chelsea, sagte der Homepage des englischen Verbandes FA: "Ich bin ein leidenschaftlicher Anhänger des Fußballs. Es ist eine große Freude, Seite an Seite mit vielen anderen und Größen des Fußball im ganzen Land für die Bewerbung unseres Landes einzutreten. Sollten wir die WM nach England holen, wäre es der Hattrick für das Vereinte Königreich in einer goldenen Ära des Sports nach dem Zuschlag für die Olymischen Spiele und die Paralympics sowie die Commonwealth-Spiele in Glasgow 2014."

Coe als Sportbotschafter Englands

FA-Chef David Triesmann ergänzte: "Ich bin davon überzeugt, dass unsere Erfolgschancen durch den Einstieg von Lord Coe beträchtlich gestiegen sind. Lord Coe ist ein hoch anerkannter internationaler Sportbotschafter, der nicht nur leidenschaftlicher Fußball-Fan ist, sondern auch großen Respekt in der weltweiten Fußball-Gemeinschaft genießt. Seine Erfahrung bei der erfolgreichen Olympia-Bewerbung von London 2012 wird für uns von großem Nutzen sein."

Im September 2006 hatte der Chef des Organisationskomitees der Sommerspiele 2012 den Vorsitz des Fifa-Ethik-Gremiums übernommen. Die Kommission soll den Fußball überwachen und Maßnahmen gegen mögliche Auswüchse ergreifen sowie Verstöße ahnden.

Interessenskollision zwischen Fifa-Ethik-Kommission und WM-Bewerbung

Hintergrund seiner Demission ist, dass der zweimalige olympische Goldmedaillengewinner eine Interessenskollision unbedingt vermeiden möchte. "Es ist ganz offensichtlich nicht möglich, dass der Vorsitzende der Ethik-Kommission auch in die Bewerbung eingebunden ist", sagte ein Fifa-Sprecher; ein Nachfolger von Coe werde in Kürze benannt.

Die Fifa hatte zuvor beschlossen, dass die Ethik-Kommission beim Bewerbungsverfahren für die Fußball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022 eine zentrale Rolle übernehmen werde. Zu diesem Zweck hatte das unabhängige Rechtsorgan beschlossen, seine Kompetenzen auszuweiten. Coe hatte dies ausdrücklich begrüßt.

Rennen um die WM 2018 und 2022 offen

In Bezug auf die WM 2018 und die WM 2022 hat die Ethik-Kommission beim Bewerbungsverfahren eine führende Aufsichtsfunktion wahrzunehmen. Nachdem die WM 2010 in Südafrika und 2014 in Brasilien stattfindet, ist das Rennen um die Austragung der Weltmeisterschaft 2018 und 2022 offen. Australien, Belgien und die Niederlande, England, Indonesien, Japan, Südkorea, Mexiko, Katar, Russland, Spanien und Portugal sowie die USA hatten sich beworben.

Die Doppel-Bewerbungen von Europameister Spanien und Portugal sowie den Niederlanden und Belgien scheinen allerdings aussichtslos. Fifa-Boss Joseph S. Blatter hatte gemeinsamen Kandidaturen bereits eine Absage erteilt.

© SID

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