Fußball Fifa
Fifa-Boss bittet europäische Regierungen um Hilfe

Fifa-Chef Joseph S. Blatter hat die europäischen Regierungen im Kampf gegen weltweite Spekulanten um Unterstützung gebeten: "Es gibt eine Menge undurchsichtiger Organisationen", warnte Blatter am Dienstag in Madrid.

Die europäischen Regierungen sollen den internationalen Fußball bei der Bewältigung der Herausforderungen der Zukunft unterstützen. Joseph S. Blatter, Präsident des Weltverbandes Fifa, rief die Politiker am Dienstag nach seiner Ernennung zum Ehrenmitglied des Renommierklubs Real Madrid auf einer Pressekonferenz in der spanischen Hauptstadt zur Unterstützung der Fifa besonders bei der Eindämmung des Einflusses von Investoren auf Fußball-Klubs in verschiedenen Ländern auf.

"Es hat sich ein System herausgebildet, das schweren Schaden für den Fußball anrichten wird, wenn wir es nicht stoppen. Die Fifa braucht dazu aber auch die Hilfe der europäischen Regierungen", sagte der Schweizer und fügte mit Blick vor allem auf die Übernahmen englischer Traditionsklubs aus der Premier League hinzu: "Wir müssen aufpassen, dass der Fußball nicht in den Händen derjenigen endet, die den Fußball für ihre Zwecke missbrauchen und ihm nicht dienen wollen."

Unterwanderung des Fußballs durch weltweit tätige Spekulanten

Blatter verwies auf die Gefahr der Unterwanderung des Fußballs durch weltweit tätige Spekulanten: "Es gibt eine Menge undurchsichtiger Organisationen, viele davon sitzen in der Karibik, auf den Jungfrauen-Inseln oder Cayman-Inseln. Es handelt sich dabei um sehr delikate Vorgänge, und wir benötigen für den Umgang damit die Hilfe der Justiz in allen Ländern."

Flankierende Maßnahmen durch die Länder erhofft sich der Fifa-Boss auch bei der Verhinderung politischer Einflussnahme auf den Fußball: "Wir müssen die Unabhängigkeit des Fußballs sicherstellen, und dafür brauchen wir die Hilfe der Politik." Per Gesetz soll Blatters Vorstellungen zufolge auch die zuletzt deutlich angestiegene Zahl von Profis aus Brasilien und Argentinien, die über Spanien und Portugal nach Europa kommen, reduziert werden. "Für uns ist sehr schwer nachzuvollziehen, woher das Geld kommt und wohin es fließt", erläuterte Blatter die Problematik.

Tor-Kameras bei der Klub-WM 2007

Nicht zuletzt appellierte der Fifa-Präsident an die Sportminister der EU, Pläne für eine Mindestanzahl von sechs einheimischen Profis in den Vereinsmannschaften der einzelnen Länder zuzulassen: "Man sollte diesen Vorschlag erst prüfen und nicht gleich sagen, dass das nicht funktionieren kann", meinte Blatter. Zugleich kündigte der Fifa-Chef in Madrid an, dass 2007 bei der Klub-WM Tor-Kameras eingesetzt werden, um strittige Entscheidungen auflösen zu können. Nachdem die neue Technik schon 2005 bei der U17-WM erstmals getestet worden war, hatte die Fifa auf einen Einsatz bei der WM 2006 in Deutschland noch verzichtet. 2007 soll das weiterentwickelte System noch bei weiteren Junioren-Turnieren verfeinert werden, bevor sie für die Klub-WM freigegeben wird. Danach soll die Technik auch bei anderen Fifa-Turnieren zum Einsatz kommen.

© SID

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