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Fifa diskutiert Spielervermittler-Lizenzpflicht

Die Fifa erwägt eine Abschaffung der Lizenzpflicht für Spielervermittler. Ohne diese Regelung wäre es möglich, dass jedermann Spielertransfers im Profi-Fußball abwickeln könnte.

Dem internationalen Profi-Fußball steht anscheinend eine weitere Revolution auf dem Transfermarkt bevor. Aus Unzufriedenheit über die Situation im Bereich der Spielervermittlung erwägt der Weltverband Fifa nach Informationen des Sport-Informations-Dienstes (SID), schon in Kürze die Lizenzpflicht für Vermittler in der aktuellen Form abzuschaffen. Somit könnte in Zukunft jedermann Spieler von einem Klub zum anderen transferieren. Bislang ist das nach Fifa-Statuten nur lizenzierten Spielervermittlern oder Rechtsanwälten erlaubt.

Die Fifa bestätigte am Montag auf SID-Anfrage, dass derzeit eine Arbeitsgruppe an einer weitreichendem Reform arbeite, da maximal 25 bis 30 Prozent aller Transfers weltweit von lizenzierten Vermittlern abgewickelt werden. Bis Mitte 2011 soll eine Lösung gefunden sein.

Am Montag war auch die Spielervermittler-Prüfung der Fifa in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gelangt. Das Fachmagazin kicker berichtete, dass es einem seiner Redakteure gelungen sei, gegen Zahlung von 2 000 Euro an einen Mittelsmann aus der Spielerberaterszene die Lösung auf einen Großteil der Testfragen für die Prüfung vorab zu erhalten.

70 Prozent der Transfers ohne lizenzierte Spielervermittler

"Die Sinnhaftigkeit der Spielervermittler-Lizenz erschließt sich mir schon seit Jahren nicht. Nach Expertenschätzung werden jetzt schon 70 Prozent der Transfers in Deutschland unter Mitwirkung von nichtlizenzierten Spielerberatern durchgeführt. Trotzdem hat nach hiesigen Informationen der DFB-Kontrollausschuss noch kein Verfahren mit einer Sanktion gegen einen illegalen Spielervermittler zum Abschluss gebracht", sagte Rechtsanwalt Michael Becker, Lehrbeauftragter für Sportrecht- und Management an der Universität Erding, dem SID.

Der Berater von DFB-Kapitän Michael Ballack und Dortmunds Torwart Roman Weidenfeller kritisiert seit Jahren die Lizenzvergabe der Fifa über die Nationalverbände wie den Deutschen Fußball-Bund (DFB), da die vom Weltverband aufgestellten Regeln national nicht umgesetzt würden. So werden anscheinend auch mehrere Nationalspieler von Beratern betreut, die keine Lizenz haben.

DFB setzt sich für lizenzierte Vermittler ein

"Grundsätzlich tritt der DFB in Abstimmung mit der Liga dafür ein, nur Vermittler mit einer Lizenz anzuerkennen. Die Lizenzierung dient dabei vor allem den Spielern. Sie werden dadurch von jemanden vertreten, der versichert ist, ein polizeiliches Führungszeugnis vorgelegt und eine Grundqualifizierung nachgewiesen hat", sagte Helmut Sandrock, DFB-Direktor Spielbetrieb.

Allerdings sind dem Verband bei der Sanktionierung von illegalen Spielervermittlern die Hände gebunden. Strafen gegen die Berater sind nur schwer möglich, nur Vereine oder Spieler könnten verurteilt werden.

© SID

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