Fußball Fifa
Fifa plant besseren Schutz von Kindern

Auf ihrem 59. Kongress hat der Weltverband Fifa Maßnahmen gegen Kindertransfers und Finanz-Doping diskutiert. Die geplante 6+5-Regelung stieß auf große Zustimmung.

6+5-Regel, Kampf gegen Doping, Maßnahmen gegen Kindertransfers: Mit der überwältigenden Zustimmung von 98 Prozent der 205 anwesenden Mitglieder verabschiedete der Weltverband Fifa auf dem 59. Kongress in Nassau/Bahamas die Abschlusserklärung, die die Werte und Prinzipien des Sports schützen soll.

"Das zentrale Thema dieses Kongresses ist, das Spiel, die Spieler, vor allem die jungen Spieler, zu schützen", hatte Fifa-Präsident Joseph S. Blatter zum Auftakt erklärt. Unter einer ganzen Reihe von Punkten ragte zunächst die 6+5-Regelung heraus. Derzufolge müssen zum Beispiel in der Bundesliga in jedem Team zu Spielbeginn sechs Spieler stehen, die einen deutschen Pass haben.

Noch keine Abstimmung zur 6+5-Regelung

Die Europäer sind im Prinzip auch für eine 6+5-Regelung, wollen allerdings keinen Streit mit der EU-Kommission und dem EU-Parlament wegen der Verletzung der Freizügigkeit und Verstößen gegen das Arbeitsrecht. Blatter sicherte zu, erst die Ratifizierung des Lissabonner Vertrages abwarten zu wollen, in dem durch Paragraph 165 dem Sport eine Sonderrolle zugestanden wird. Dann will er die 6+5-Regel weltweit zur Abstimmung stellen.

In der Abschlusserklärung wurde darüber hinaus festgehalten, dass die Fifa Maßnahmen gegen Kinder-Sklavenhandel ergreift, Doping verstärkt bekämpft, das Spielervermittler-System reformiert sowie für finanzielles Fair Play und die Eigenständigkeit der Vereine eintritt. Damit wirft die Fifa auch ein kritisches Auge auf die Investoren wie Roman Abramowitsch beim FC Chelsea.

Mindestalter für Transfers gefordert

Was den Transfer minderjähriger Spieler vor allem nach Europa betrifft, möchte die Fifa eigentlich ein Mindestalter von 18 Jahren festschreiben, würde damit aber auch wieder gegen Europarecht verstoßen, wo eine Arbeitserlaubnis ab 16 Jahren erteilt wird. Tatsache ist, dass oft bereits 12- bis 14-Jährige vermeintliche Talente aus Afrika und Südamerika an europäische Vereine verhökert werden, wo sie dann, im Falle des wahrscheinlichen Misserfolges, schutzlos in einem fremden Lebensraum ihrem Schicksal überlassen werden.

Deshalb hat der Kongress beschlossen, dass sich jede private Fußball-Schule, die nicht einem Verein angegliedert ist, beim Verband registrieren lassen muss und zweifelhafte internationale Transfers von einer Unterkommission der Spielerkommission untersucht und eventuell verboten werden dürfen. Gleichzeitig soll die Rolle und der Status der Spielervermittler und-Berater neu analysiert und definiert werden.

Finanz-Doping soll eingedämmt werden

Der Kongress ließ keinen Zweifel an der Ernsthaftigkeit des Fußballs im Kampf gegen Doping. Von den rund 30 000 im Jahr 2008 genommenen Doping-Proben seien 0,3 Prozent positiv gewesen. Auch das Finanz-Doping soll eingedämmt werden. Um gleiche Chancen in einzelnen Klubwettbewerben zu erhalten, seien Regelungen über "finanzielles Fair Play" nötig.

Ein weiteres Thema war die Spielberechtigung bei Olympischen Spielen, was aber Deutschland - seit 1988 im Fußball nicht mehr für Olympia qualifiziert - nicht sonderlich interessiert. Das Thema wurde vertagt. Es geht darum, wie bisher eine U23 mit bis zu drei älteren Spielern zu schicken, eine reine U23 oder eine Mannschaft aus Spielern, die noch nie an einer WM teilgenommen haben. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat die Fifa wissen lassen, dass es an einer hohen Attraktivität des olympischen Fußball-Turniers interessiert sei. Die Fifa will die Bedeutung der eigenen Weltmeisterschaft nicht beschädigen.

130 Mill. Euro Gewinn

Was die eigenen Finanzen betrifft machte die Fifa 2008 insgesamt 130 Mill. Euro Gewinn, rechnet aber für 2010 wegen der Kosten der WM in Südafrika mit einem Verlust, da Gelder aus TV-Verträgen bereits jetzt als Eingänge verbucht wurden.

© SID

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