Fußball Fifa
"Lasst den Fußball in Deutschland so, wie er ist"

Fifa-Präsident Joseph S. Blatter hat auf die Ermittlungen des Kartellamts gegen den deutschen Fußball reagiert. Im Interview mit "www.dfb.de" stärkte er dem DFB den Rücken.

Fifa-Präsident Joseph S. Blatter hat seinen Unmut zu den Ermittlungen des Bundeskartellamts gegen den deutschen Fußball geäußert. "Der Fußball hat in Deutschland eine große soziale Bedeutung und eine politische Dimension erhalten. Da wird unverständlicherweise etwas losgetreten, das die Basis unseres Sports erschüttern könnte. Lasst also den Fußball in Frieden und lasst ihn in Deutschland so organisiert, wie er ist", sagte Blatter im Gespräch der Woche mit "www.dfb.de".

Das Kartellamt ermittelt gegen den Deutschen Fußball-Bund und die Deutsche Fußball Liga (DFL). Dabei geht es um das neue Modell der DFL für die Zentralvermarktung der Medienrechte der Bundesliga ab der Saison 2009. Auch mögliche Absprachen zwischen DFB und DFL bei der Suche nach Sponsoren stehen beim Kartellamt in Bonn auf dem Prüfstand. Aus diesem Grund hatten die Kartellwächter am 26. Februar die Zentralen beider Dachverbände durchsucht. Derzeit müssen alle Beteiligten Fragenkataloge des Kartellamts beantworten.

"Der Fußball in Deutschland ist eine Einheit"

"Für uns ist der Fußball in Deutschland eine Einheit. Der DFB ist Mitglied der Fifa und der Uefa. Und der Ligaverband ist im DFB integriert. Also ist das juristisch eine Person. Die können doch gar nicht miteinander in Konkurrenz treten", meinte Blatter, der neben dem Kartellamt zudem auch die Europäische Union (EU) beim Thema Fußball zu mehr Zurückhaltung aufforderte: "In Brüssel meinen sie, der Fußball sei nur ein Wirtschaftsbetrieb. Doch der Fußball, der Sport ist viel mehr, das Sozialkulturelle hat weitaus größere Bedeutung."

Ärger mit der EU droht dem Weltverband vor allem im Anschluss an den kommenden Fifa-Kongress im australischen Sydney. Dort steht die auch vom DFB befürwortete "6+5-Regel" auf der Agenda. Diese Regel besagt, dass in den nationalen Ligen jede Mannschaft mit sechs für das einheimische Nationalteam spielberechtigten Spielern ihre Punktspiele bestreiten muss. Damit sollen die Nationalmannschaften gestärkt werden.

"Die "6+5-Regel" muss in Sydney verabschiedet werden"

"Wir müssen diese "6+5-Regel" beim Kongress in Sydney nicht nur als System diskutieren und verabschieden, sondern auch einen Zeitplan festlegen, ab wann wir sie einsetzen. Im Moment gibt es noch Opposition von der Europäischen Kommission in Brüssel, weil diese Regel angeblich gegen die Freizügigkeit der Arbeitsplatzwahl verstoße", skizzierte der Fifa-Präsident die Problematik.

Mit Problemen behaftet bleibt auch weiter die WM 2010 in Südafrika. Zwar machte der stets diskutierte Stadionbau in den vergangenen Wochen Fortschritte, das größte Problem am Kap der guten Hoffnung bleibt aber weiter die nicht ausreichende Stromversorgung. "Die größte Sorge bereitet der Fifa im Moment die Energieversorgung. Der Strom. Wenn es im 21. Jahrhundert nicht möglich ist, die nötige Energie zur Verfügung zu stellen, dann stimmt auch hier etwas nicht", sagte der 72-Jährige.

Das Stromproblem in Südafrika ist nicht neu. Immer wieder wird im Land wegen Netzüberlastungen der Strom abgestellt. Dies führt unter anderem auch dazu, dass der Fernverkehr zum Erliegen kommt, weil beispielsweise die Pumpen der Tankstellen auf Strom angewiesen sind.

"Chapeau, Franz Beckenbauer"

Ein gutes Zwischenzeugnis stellte Blatter derweil Franz Beckenbauer, seit März 2007 Mitglied der Fifa-Exekutive und dort Vorsitzender der Fußball-Kommission, aus: "Ein sehr gescheiter Mensch. Gar nicht so der nonchalante und lässige Showman, als den mancher ihn sieht. Er bringt immer vollen Einsatz und zeigt großes Interesse an seinen Aufgaben. Was er bisher im Exekutivkomitee geleistet hat, da kann ich nur sagen: Chapeau, Franz Beckenbauer!"

© SID

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