Fußball Fifa
Polen bleibt weiter auf Fifa-Konfrontationskurs

Polen gibt im Streit mit der Fifa und der Uefa nach der Absetzung der Führungsspitze des nationalen Fußball-Verbandes (Pzpn) nicht nach: "Die Fifa will uns nur Angst machen."

Im Streit mit den Verbänden Fifa und Uefa will die polnische Regierung nicht nachgeben. "Ultimaten und Druck sind nicht sinnvoll. Ich glaube, die Fifa will uns nur Angst machen", sagte Polens Innenminister Grzegorz Schetyna am Sonntag im Fernsehsender Tvn24.

Nach der Absetzung der Führungsspitze des nationalen Fußball-Verbandes (Pzpn) hat die Fifa der Regierung eine Frist bis Montagmittag gesetzt und die Wiedereinsetzung der alten Verbandsführung verlangt. Sollte dies nicht geschehen, droht der Weltverband mit der Absage der WM-Qualifikationsspiele Polens gegen Tschechien (11. Oktober) und der Slowakei (15. Oktober). Beide Partien würden mit 0:3 Toren gewertet. Außerdem zieht die Europäische Fußball-Union (Uefa) den Entzug der Gastgeberrolle für die EM 2012 in Betracht. Beide Verbände lehnen die staatliche Einmischung ab und verlangen die Autonomie des Sports.

Fifa bleibt bei Ultimatum

Schetyna sprach von einem "intellektuellen Schlagabtausch" und einem "Nervenkrieg". Der Weltverband bekräftigte am Wochenende jedoch, dass es bei seinem Ultimatum bleibe.

Minister Schetyna sieht darin eine Machtprobe: "Wir wollen den Sumpf Pzpn trockenlegen und gute Spiele gegen die Slowakei und Tschechien machen. Die Fifa will dagegen zeigen, dass sie sich über nationale Gesetze hinwegsetzen kann."

Polen zum zweiten Mal kurz vor Ausschluss

Polens Sportminister Miroslaw Drzewiecki hatte am vergangenen Montag ein Schiedsgericht des Nationalen Olympischen Komitees angerufen, das die Pzpn-Führung um Präsident Michal Listkiewicz nach zahlreichen Skandalen suspendiert und durch den unabhängigen Verwalter Robert Zawlocki ersetzt hatte. Fifa und Uefa kündigten an, mit Zawlocki nicht zu kommunizieren und das Internationale Olympische Kommitee (IOC) über die Vorgänge in Polen zu informieren.

Erst im vergangenen Jahr war Polen einem Ausschluss durch den Weltverband knapp entgangen. Damals hatte die Regierung die Geschäftsführung des nationalen Fußball-Verbandes ebenfalls entlassen, dann aber fristgerecht wieder eingesetzt.

© SID

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