Fußball Fifa
Rummenigge sucht weiter Konfrontation mit Fifa

Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge droht dem Weltverband Fifa mit dem Gang vors Gericht. Der Weltverband solle sich mit der "G14"über Entschädigungszahlungen für Nationalspieler einigen.

Der Streit um Entschädigungszahlungen für Nationalspieler zwischen den einflußreichsten Klubs Europas und dem Weltverband Fifa hält weiter an. Nun attackierte Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge die Fifa erneut: "Die einzig Dummen sind die Klubs", sagte er in einem Interview mit der Wirtschaftswoche. Jeder bekomme bei einer Weltmeisterschaft Geld von der Fifa: das ausrichtende Land, die teilnehmenden Verbände - und die Spieler gleich mehrfach. Nur die Vereine "gehen mit null nach Hause - und wenn es ganz schlecht läuft, mit verletzten Spielern".

Laut Berechnungen der europäischen "G14"-Klubs liege der Schaden, der den Vereinen in den vergangenen zehn Jahren durch verletzte Nationalspieler entstand, "bei rund 860 Mill. Euro", berichtete Rummenigge. Eine von den Vereinen geforderte Versicherung werde es geben, glaubt der Münchner Vorstands-Chef, Fifa-Präsident Sepp Blatter hat bereits einen entsprechenden Fond für die WM 2006 angekündigt. "Aber bei der Frage der Kompensation sieht das anders aus: Wenn uns die Fifa kein akzeptables Angebot macht, werden wir die Sache leider vor Gericht ausfechten müssen", so Rummenigge.

Rummenigge: "Vergessen sie alles, was aus Zürich kommt"

Nach den Vorstellungen der Interessenvertretung "G14" sollte die Fifa den Klubs eine Entschädigung von 200 Mill. Euro für die Abstellung der Nationalspieler zur WM 2006 zahlen. Die Klubs aber, so Rummenigge, hätten nichts zu melden. "Der Herr Blatter denkt sich ständig irgendwelche Kommissionen oder Gremien aus, die überhaupt keinen Einfluss haben. Deshalb: Vergessen Sie alles, was aus Zürich kommt! Ich habe hier in meinem Büro zwei Schubladen: Die eine ist voll mit Valium, die andere voll mit Alibi - und oben drüber steht Fifa!", sagte der ehemalige Nationalspieler.

Kritisch sieht Rummenigge auch die Diskrepanz zwischen den verschiedenen europäischen Klubs. Um mehr Chancengleichheit in den internationalen Wettbewerben zu gewährleisten, fordert der Chef des deutschen Rekordmeisters die Einführung einer Obergrenze bei den Gehältern. "Was spricht dagegen festzulegen, dass kein Klub mehr als 60 Prozent seiner Einnahmen in Spielergehälter stecken darf?" Dies wäre zugleich "das Ende der Wahnsinnsgehälter, wir hätten über Nacht wieder einen fairen Wettbewerb", wird Rummenigge dazu in der Bild am Sonntag zitiert.

© SID

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