Fußball Fifa
Schenk fordert Fifa zu harten Konsequenzen auf

Sylvia Schenk, Vorstandsmitglied von Transparency Deutschland, hat die Fifa aufgefordert, in der Bestechungsaffäre um die WM-Vergabe 2018 und 2022 entschieden durchzugreifen.

Sylvia Schenk, Vorstandsmitglied von Transparency Deutschland und Sportbeauftragte von Transparency International, hat den Weltverband Fifa in der Bestechungsaffäre um die WM-Vergabe 2018 und 2022 zu harten Konsequenzen aufgefordert. "Die Entscheidungsfindung und die Ergebnisse der Ethik-Kommission müssen öffentlich gemacht werden. Wenn von den Beschuldigten auch nur der Anschein geweckt worden ist, sie seien käuflich, dann muss die Fifa das klar sanktionieren", sagte Schenk im Interview mit dem kicker und fügte an: "Das Wichtigste ist, dass alle im eigenen Laden sehen: Hoppla, da passiert auch was."

Die Fifa hatte am Mittwoch die Exekutivmitglieder Amos Adamu aus Nigeria und Reynald Temarii aus Tahiti suspendiert. Ihnen wird vorgeworfen, dass sie ihre Stimmen für die Vergabe der WM 2018 und 2022 feilgeboten hätten. Die englische Zeitung Sunday Times hatte am Sonntag nach einer Undercover-Recherche ein Video mit belastendem Material veröffentlicht. Nun soll eine eingehende Untersuchung des Falls stattfinden. Bis Mitte November sollen endgültige Entscheidungen getroffen werden.

Schenk kritisiert "Mangel an Transparenz"

Schenk bescheinigte der Ethik-Kommission "einen guten Weg eingeschlagen" zu haben, nun müssen weitere Schritte folgen. "Die Auswahl des Personals für das Exekutivkomitee und die internationale Zusammensetzung maches es bei der Fifa noch mal schwieriger. Es mangelt an Transparenz, an klaren Vorgaben und Entscheidungskriterien bei der Vergabe und vor allem fehlt eine klipp und klare Null-Tolerenz-Haltung", meinte die 58-Jährige.

Der Auftritt von Claudio Sulser (Anm. der Red.: Vorsitzender der Ethik-Kommission des Weltverbandes) lasse aber darauf hoffen, dass in Zukunft anders vorgegangen werde, so Schenk. Neben Temarii und Adamu suspendierte die Fifa vier weitere Funktionäre, die ebenfalls in die Korruptionsaffäre um die Vergabe der Endrunden verstrickt sein sollen. Dabei handelt es sich um die ehemaligen Exekutiv-Mitglieder Slim Aloulou (Tunesien), Amadou Diakite (Mali), Ahongalu Fusimalohi (Tonga) und Ismael Bhamjee (Botswana).

Die Endrunden 2018 und 2022 werden am 2. Dezember vergeben.

© SID

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