Fußball Fifa
Uefa wartet auf neue Fakten im Wettskandal

Nach den Vorwürfen gegen Jozef Marko wartet die Fifa auf weitere Fakten, um den Fall prüfen zu können. Der slowakische Funktionär bestreitet jede Verwicklung in den Wettskandal.

Nach den Bestechungsvorwürfen im Fußball-Wettskandal gegen den slowakischen Funktionär Jozef Marko wartet die Europäische Fußball-Union (Uefa) auf neue Fakten. "Die Uefa hat gegen Jozef Marko ermittelt, aber keinen Anhaltspunkt gefunden, um disziplinarisch tätig werden zu können. Wenn neue Anhaltspunkte vorgelegt werden, wird die Uefa die Sache erneut prüfen", teilte der Verband am Donnerstag mit. Das slowakische Mitglied der Uefa-Schiedsrichterkommission war im Prozess vor dem Bochumer Landgericht schwer belastet worden.

Der mutmaßliche Haupttäter im Fußball-Wettskandal, Marijo C., hatte am Mittwoch als Zeuge ausgesagt, dass Marko bestochen wurde, um den bosnischen Schiedsrichter Novo Panic höherzustufen. Der Referee soll das WM-Qualifikationsspiel zwischen Liechtenstein und Finnland (1:1) am 9. September 2009 manipuliert haben und auch beim Qualifikationsspiel zur U21-EM zwischen der Schweiz und Georgien (1:0) am 18. November 2009 bestochen worden sein. Das geht auch aus den Vernehmungen des zweiten mutmaßlichen Haupttäters Ante S. hervor.

Marko weist Vorwürfe zurück

Marko hatte die Vorwürfe zurückgewiesen. Marijo C. hatte am Mittwoch erklärt: "Es ist alles über Marko gelaufen, er ist als Schiedsrichter-Obmann für den Balkan zuständig. Damit sollte Panic gepusht werden." Panic ist von der Uefa bereits am 18. Februar lebenslang gesperrt worden. Die gleiche Strafe erhielt auch der ukrainische Referee Oleg Orijechow, der das Europa-League-Spiel zwischen dem FC Basel und Zska Sofia (3:1) am 5. November 2009 verschoben haben soll.

Marijo C., gegen den Anfang 2011 Anklage erhoben werden soll, belastete zudem den bosnischen Fußball-Verband. Der habe von der Bestechung von Panic gewusst, sagte der 35-Jährige aus. Bei dem Prozess in Bochum wird vier Angeklagten vorgeworfen, 32 Spiele in Deutschland und dem europäischen Ausland manipuliert und hohe Beträge darauf gewettet zu haben. Insgesamt wird gegen rund 300 Personen ermittelt. Die Wetteinsätze sollen sich laut Staatsanwaltschaft auf zwölf Mill. Euro, die erzielten Gewinne auf 7,5 Mill. Euro belaufen. Marijo C. und Ante S., die in Untersuchungshaft sitzen und noch nicht angeklagt sind, sieht die Staatsanwaltschaft als "Kernpersonen" des Skandals.

© SID

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