Fußball Fifa
WM 2018 in Russland

Die Weltmeisterschaft im Jahr 2018 in Russland stattfinden. Das ergab die Wahl des Fifa-Exekutivkomitees in Zürich.

Russland hat bei der Vergabe der Weltmeisterschaft 2018 das große Los gezogen. Die russische Bewerbung setzte sich beim Votum des Exekutivkomitees des Weltverbandes Fifa gegen Spanien/Portugal, England und Belgien/Niederlande durch und löste in der Heimat großen Jubel aus. Russland ist zum ersten Mal WM-Gastgeber. Um 16.37 Uhr gab Fifa-Präsident Joseph S. Blatter den Zuschlag für Russland bekannt.

Allerdings könnte der Fifa noch ein juristisches Nachspiel drohen, da nach der Suspendierung der Exekutivmitglieder Reynald Temarii (Haiti) und Amos Adamu (Nigeria) vor rund zwei Wochen nur 22 der 24 Mitglieder des Exekutivkomitees an der Abstimmung teilnahmen. Laut Satzung des Weltverbandes müssen aber 24 Exko-Mitglieder über die WM-Vergabe abstimmen, damit sie gültig ist. Alleine deshalb könnten die unterlegenen Kandidaten die Wahl wohl juristisch anfechten.

"Es ist durchaus möglich, dass die Wahl erfolgreich angefochten werden kann. In den Fifa-Statuten ist in Artikel 30 eindeutig festgehalten, dass das Exekutiv-Komitee aus 24 Mitgliedern besteht. Scheidet ein Mitglied aus, muss es unverzüglich ersetzt werden. Das kann man so verstehen, dass zumindest 24 Mitglieder eingeladen werden müssen, damit die Wahl auf jeden Fall gültig ist. Sollte der Internationale Sportgerichtshof CAS zu der gleichen Ansicht kommen, müsste die Wahl wiederholt werden", sagte der Frankfurter Sportrechtler Nicolas Rößler dem Sport-Informations-Dienst (SID). Die Doppel-WM-Vergabe war die skandalträchtigste in der 106-jährigen Geschichte des Weltverbandes.

Nach den Diskussion über unlautere Absprachen zwischen den Bewerbern und den Korruptionsvorwürfen gegen insgesamt fünf Mitglieder des Exekutivkomitees war die Fifa stark in die Kritik geraten. Ihre Glaubwürdigkeit und die ihres höchsten Entscheidungsgremiums standen auf dem Spiel. Insgesamt war es das dritte Mal nach 1946 (zwei WM-Turniere) und 1966 (drei WM-Turniere), dass nicht nur über eine Weltmeisterschaft entschieden wurde.

Nach den Präsentationen der Kandidaten für die WM 2022 am Mittwoch zeigten sich am Donnerstag noch einmal die 2018-Bewerber von ihrer besten Seite. Zunächst durften die aussichtslosen Außenseiter Belgien/Niederlande ihre launige Bewerbung präsentieren, die den höchsten Unterhaltungswert besaß.

Anschließend folgte die ebenfalls gemeinsame Vorstellung der Bewerbung von Spanien und Portugal, bei der die Vertreter aus Südeuropa gleich erst einmal um zwölf Minuten überzogen. "Wir sind überzeugt, dass wir die beste WM aller Zeiten organsisieren können", hatte der portugiesische Verbandspräsident Gilberto Madail gesagt.

Spaniens Fifa-Vizepräsident Angel Maria Villar Llona wies derweil vehement die neuen Korruptionsvorwürfen zurück und konnte damit bei seinen Kollegen im Fifa-Exko punkten. "Die Fifa arbeitet ehrlich, alle Kollegen im Exekutivkomitee sind ehrlich und leisten ehrliche Arbeit. Die Fifa ist sauber. Man soll uns nicht diffamieren", sagte der Spanier.

Anschließend stieg Prinz William auf die Präsentationsbühne im Fifa-Haus in Zürich und versuchte als einer der "Three Lions" neben Superstar David Beckham und Premierminister David Cameron für England als Austragungsort zu werben. "Fußball ist unser nationales Spiel, eine nationale Kraft. Wir lieben einfach den Fußball", sagte Prinz William.

Premier Cameron unterstrich, dass die WM-Bewerbung des Fußball-Mutterlandes von der ganzen Nation getragen werde: "Unsere Bewerbung hat eine unglaubliche Unterstützung. Das zeigt sich schon darin, dass sogar der zukünftige König von England unserer Bewerbung angehört." Englands Ex-Kapitän Beckham erinnerte an seinen Großvater Joe, der ihn einst zum Fußball brachte: "Wir haben den Traum eine WM auszurichten, die Mill. zugute kommt."

Die letzten Kohlen für Russland sollten nach der Absage von Wladimir Putin "Sbornaja-Kapitän" Andrej Arschawin und Stabhochsprung-Olympiasiegerin Jelena Issinbajewa aus dem Feuer holen. Insbesondere Issinbajewa legte sich mit einer äußerst emotionalen Rede ins Zeug.

"Die WM 2018 in Russland wäre wie ein weiterer Weltrekord - nur mit einem riesigen Sprung", sagte Issinbajewa, die zudem untermauerte, dass alle russischen Sportler die Fußball-WM in Russland unterstützen.

© SID

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