Fußball Frankreich
Investmentfonds übernimmt Macht bei St. Germain

Bei Paris St. Germain hat der Investmentfonds Colony komplett das Ruder übernommen, um einen finanziellen Absturz des französischen Fußball-Traditionsvereins zu vermeiden.

HB PARIS. Der Verwaltungsrat wählte den Colony-Europachef Sébastien Bazin zum Präsidenten des Clubs. Er löste Charles Villeneuve ab, der nach Berichten über die finanzielle Schieflage des PSG zurückgetreten war.

Der PSG-Verwaltungsrat Jérôme de Metz hatte zu Weihnachten die Neuordnung an der Spitze des Hauptstadt-Clubs eingeleitet. In einem Brief an Bazin äußerte er Zweifel an der Bereitschaft des Aktionärs, jedes Jahr zehn bis 20 Mio. Euro in den Verein zu schießen. Der PSG könne bei 11,4 Mio. Euro Verlust zur Jahresmitte 2009 ein negatives Eigenkapital von sieben Mio. Euro ausweisen, warnte der Finanzexperte und trat zurück.

Sportlich erlebt PSG derzeit eine unerwartete Wiederauferstehung. Der Verein aus dem Nobelvorort Saint-Germain-en-Laye steht in der ersten Liga auf dem dritten Rang und zudem im Halbfinale des französischen Pokals. Dabei hatte PSG 2008 erst am letzten Spieltag den Klassenverbleib gesichert.

Bazin ist der achte PSG-Chef in zehn Jahren. Und er sucht bereits einen Nachfolger für sich selbst, denn seine Arbeit bei Colony Capital lässt ihm nach eigener Aussage nicht genügend Zeit für das Tagesgeschäft beim PSG. Außerdem sucht Bazin einen weiteren Investor.

Der Club habe "keine finanziellen Probleme", wolle aber "aggressiver auf dem Transfermarkt" auftreten, sagte Bazin der Zeitung "Le Parisien" (Mittwoch). In der vergangenen Saison hatte Colony 18,2 Mio. Euro in den Verein investiert. Der Fonds will den Vorstadtverein in die Champions League führen, um seine Investition rentabel zu machen.

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