Fußball
Gereifte DFB-Elf strebt in EM-Favoritenrolle

Nach der imponierenden Demonstration der neuen Stärke folgte prompt die Kampfansage an die europäische Elite. Das hochverdiente 2:1 von Prag im Gruppen-Gipfel gegen Tschechien hat in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft neue Begehrlichkeiten geweckt.

dpa PRAG. Nach dem Reifezeugnis von Prag gehen Michael Ballack und Co das Unternehmen „EM-Titel 2008“ mit neuen Selbstverständnis an. „Wir wollen uns jetzt natürlich so schnell wie möglich für die Europameisterschaft qualifizieren und dann so ins Turnier gehen, dass man sagt, die Deutschen sind Mitfavorit“, erklärte Kapitän Ballack nach dem vierten Sieg im fünften Ausscheidungsspiel und der mit 13 Punkten und 21:3 Toren souverän behaupteten Führung in Gruppe D.

Auch der „Macher“ des anhaltenden Aufschwungs, Joachim Löw, arbeitet schon längst nicht mehr nur am Gruppensieg, sondern am ganz großen Coup bei der EM-Endrunde in der Schweiz und Österreich. „Wir wollen die Sieger-Mentalität sehen, wir brauchen Führungsstärke in der Mannschaft“, sagte der Bundestrainer. Das gilt auch für das folgende Testspiel am 28. März gegen Dänemark, obwohl Löw für Duisburg seinen halben Kader auswechselt und seinen Stammkräften eine Pause verordnet. Ballack, Torsten Frings, Bernd Schneider, Jens Lehmann, Phillip Lahm, Bastian Schweinsteiger, Lukas Podolski und Per Mertesacker, durften nach Hause. Offen ist noch, ob auch Christoph Metzelder eine Pause machen darf.

Dafür bekommen Stefan Kießling, Gonzalo Castro, Roberto Hilbert, den zustoßenden Clemens Fritz, Christian Schulz, Alexander Madlung und Paul Freier neue, vor allem junge Kräfte ihre Chance - auch schon im Hinblick auf die EM. Löw nominierte zudem den Leverkusener Simon Rolfes und den Kölner Patrick Helmes vom 1. FC Köln, die sich schon am 26. März beim öffentlichen Training im Duisburger Stadion mit von 31 500 Zuschauern feiern lassen können. Der letzte Zweitliga-Spieler war vor drei Jahren mit Podolski ins A-Team gekommen - damals wie Helmes vom 1. FC Köln. In Duisburg haben nun gleich sechs Neulinge die Chance auf ein Debüt - ein Novum.

In beeindruckender Weise hatte der WM-Dritte vor 17 821 Fans im ausverkauften Stadion von Sparta Prag den Gastgeber nicht nur in Schach gehalten, sondern glatt „an die Wand gespielt“, wie der erfahrene Tschechen-Trainer Karel Brückner einräumte. „Auf so einen starken Gegner sind wir schon lange nicht mehr getroffen.“ Wenn es überhaupt etwas zu bemängeln gebe, so Löw: Wir hätten früher das 3:0 erzielen müssen“, sagte Löw. So wurde es nach dem abgefälschten Anschlusstor von Milan Baros (76.) nochmals spannend.

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