Fußball
Harter Kampf um wenig EM-Tickets

Bundestrainer Joachim Löw hat für 2008 einen knallharten Endspurt um die 23 Plätze in seinem Aufgebot für die Fußball-Europameisterschaft angekündigt, aber knapp 80 Prozent der Tickets sind im Normalfall praktisch verplant.

dpa FRANKFURT/MAIN. Bundestrainer Joachim Löw hat für 2008 einen knallharten Endspurt um die 23 Plätze in seinem Aufgebot für die Fußball-Europameisterschaft angekündigt, aber knapp 80 Prozent der Tickets sind im Normalfall praktisch verplant.

„Wir kennen unseren Stamm“, sagte Löw nach dem 0:0 gegen Wales im letzten Länderspiel des Jahres und verwies auf jene Spieler, „die schon bei der WM 2006 und jetzt in der Qualifikation Leistungsträger waren“.

18 Akteure bilden diesen Stamm, angefangen bei den drei Torhütern Jens Lehmann, Timo Hildebrand und Robert Enke über die zuletzt fehlenden Mittelfeld-Größen Michael Ballack, Torsten Frings und Bernd Schneider bis hin zu Aufsteigern wie Thomas Hitzlsperger und Clemens Fritz sowie dem fulminant zurückgekehrten WM-Verlierer Kevin Kuranyi.

Im Angriff erscheint neben Miroslav Klose, Kuranyi, Mario Gomez und dem neuerdings zwischen Mittelfeld und Sturm pendelnden Lukas Podolski sogar nur noch ein Platz vakant zu sein für Stefan Kießling, Mike Hanke oder die beiden Zweitliga-Profis Oliver Neuville und Patrick Helmes, der allerdings zuletzt viel an Boden verloren hat.

„Der Kampf um einige Plätze wird schon richtig entbrennen“, bemerkte Löw - allerdings kaum noch in den Länderspielen. Denn vor der Nominierung des EM-Aufgebotes nach dem Bundesliga-Ende am 17. Mai 2008 gibt es nur noch zwei Tests bei den EM-Gastgebern Österreich und Schweiz. „Die Spieler müssen sich in erster Linie über die internationalen Spiele und die Bundesliga bewähren“, erklärte Löw, der in den 18 Partien unter seiner Regie bislang 36 Spieler eingesetzt hat.

„Jetzt geht es natürlich für jeden auch um die persönliche EM- Fahrkarte“, sagte der Bremer Fritz. zwölf Akteure sind noch chancenreich im Rennen, darunter auch ein Neuling wie der Schalker Jermaine Jones, der sein Debüt gegen Zypern oder Wales nur wegen einer Fußverletzung verpasst hatte. Den Anschluss verloren haben dagegen zehn Profis, angefangen bei Gerald Asamoah, der ebenso wie der dauerverletzte Dortmunder Sebastian Kehl noch bei der WM zeitweise auf dem Platz gestanden hatte. Den tiefsten Fall erlebte Innenverteidiger Robert Huth, der seit dem „Sommermärchen“ nicht einmal mehr zu einem Fitnesstest eingeladen wurde. Aber wer weiß? Vielleicht zieht Löw am Ende ebenso wie Vorgänger Jürgen Klinsmann 2006 einen Überraschungs- Joker wie damals David Odonkor aus dem Ärmel.

Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) listet auf, wer derzeit fest eingeplant, weiter im Rennen ist oder den Anschluss verloren hat:

Fest eingeplant (18): Ballack, Lehmann, Frings, Klose, Metzelder, Mertesacker, Lahm, Schneider, Arne Friedrich, Podolski, Schweinsteiger, Hitzlsperger, Fritz, Jansen, Kuranyi, Gomez, Hildebrand, Enke.

Im Rennen (12): Hilbert, Trochowski, Manuel Friedrich, Pander, Borowski, Odonkor, Rolfes, Jones, Hanke, Neuville, Kießling, Castro.

Anschluss verloren (10): Kehl, Tasci, Khedira, Asamoah, Helmes, Schlaudraff, Freier, Madlung, Fathi, Huth.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%