Fußball in Russland Erfolglos mit Putins Segen

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Der schrillste Vertreter kommt aus Tschetschenien
Die Aufreger beim Confed Cup
Videobeweis
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Der Fußball bleibt menschlich. Die holprige Einführung des Videobeweises mit Pannen und Peinlichkeiten der überfordert wirkenden Schiedsrichter hat den Skeptikern viele Argumente geliefert. Tatsächlich konnten einige Fehlentscheidungen der Referees durch die Videoansicht korrigiert werden. Aber spätestens...

Quelle: dpa

Kartenchaos
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...nach der lächerlichen Kartenkonfusion beim Spiel Deutschland gegen Kamerun muss der gesamte Ablauf noch einmal auf den Prüfstand. Nicht nur Fans und TV-Zuschauer, sondern auch Spieler und Trainer sind verwirrt. „In einigen Fällen hat er sich bewährt, vielleicht kann man das eine oder andere noch optimieren“, sagte Bundestrainer Joachim Löw.

Doping
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Jetzt also doch auch der Fußball? Der Bericht der englischen Zeitung „Mail on Sunday“ über eine mögliche Verwicklung der gesamten WM-Mannschaft von 2014 in den Skandal um russisches Staatsdoping sorgte für mächtig Aufregung. Die Faktenlage bleibt unklar. Denn die Fifa gibt keinen Einblick in die ihr vorliegenden Unterlagen.

Parallelwelten
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Die Taktik passt zur generellen Geisteshaltung im Fußball zum Thema Doping. Gab es nie, wird es nie geben, sagte sinngemäß Russlands Multifunktionär Witali Mutko (Bild), eine zentrale Figur in dem Skandal. Wer glaubt's noch? Die Fifa betonte reflexartig: Alle Dopingproben bei der WM 2014 und beim Confed Cup 2017 waren negativ.

Wladimir...
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Winter-Olympia 2014 in Sotschi war Putins Show. Kritiker befürchteten, Russlands Präsident werde schon den Confed Cup als Bühne der großen Selbstinszenierung nutzen. Sein Auftritt mit Fußball-Ikone Pelé und Fifa-Chef Infantino beim Eröffnungsspiel und die merkwürdig anmutende Rede von der Ehrentribüne aus, untermauerten diese Vorstellung. Seither ist der Kreml-Chef aber weitgehend abgetaucht. Auch, weil die Sbornaja patzte?

...und Gianni
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Infantino verfolgte das Turnier zuletzt von der Zentrale in Zürich aus. Erst zum Halbfinale wird der Schweizer zurückerwartet. Putin wird sich die Finalshow am Sonntag in St. Petersburg sicher nicht nehmen lassen.

Logistik
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Fifa-Generalsekretärin Fatma Samoura gab den russischen Organisatoren schon vor dem ersten Anpfiff einen Freibrief. Alles paletti in Russland, war die Botschaft. Das mutete merkwürdig an. Tatsächlich wird der Testlauf nun aber ohne große erkennbare Probleme organisiert. Kameruns Trainer Hugo Broos schimpfte laut über den einen oder anderen Stau. Der Verkehr in den Metropolen Moskau und St. Petersburg ist wahrlich eine Herausforderung. Superstar Cristiano Ronaldo mokierte sich über den schon einmal erneuerten und dennoch schlechten Rasen im Endspielstadion in der ehemaligen Zarenstadt. In Südafrika und Brasilien hatte die FIFA größere Probleme.

Finanziell den Abschluss der „großen Vier“ bildet ZSKA Moskau. Fast 70 Millionen Euro kommen durch Sponsorenverträge mit verschiedenen staatlichen Holdings von Aeroflot über den Stromversorger Rosseti bis zum Rüstungsbauer „Wertoljoty Rossii“ herein.

Doch in der aktuellen Saison läuft es nicht. In der Liga nur auf Rang fünf und auch in der Champions League ausgeschieden, sehnt sich das Team um Russlands Stammtorhüter Igor Akinfejew wohl schon auf die nächste Saison.

Der wohl schrillste Verein der Liga kommt aus Tschetschenien: Vor der Saison wurde Terek Grosny in Achmat Grosny umbenannt; nach dem Vater des Regionsoberhaupts Ramsan Kadyrow. Kadyrow ist der wichtigste Fan des Klubs und ermöglicht dem Verein über dubiose Spenden immerhin einen Etat von 30 Millionen Euro.

Für eine zutiefst von föderalen Dotationen abhängige Region kein kleiner Happen. Aktuell kann Kadyrow, der auf dem Feld auch schon mal zur öffentlichen Schiedsrichterschelte oder noch vor der Entlassung zur Trainerkritik – so geschehen gegenüber Ruud Gullit – ansetzt, zufrieden sein. Das Team ist auf dem siebten Platz.

Das wichtigste Fußballereignis in Grosny zelebrierte Kadyrow allerdings bereits am 7. Oktober zum Geburtstag Wladimir Putins. Da ließ er internationale Fußball-Prominenz nach Tschetschenien zu einem Freundschaftsspiel einfliegen.

Neben Ronaldinho und Co stand natürlich auch Kadyrow selbst auf dem Platz. Und ebenso natürlich durfte Putins starker Mann im Kaukasus auch ein Tor im Freundschaftsspiel schießen, um seine Selbstverliebtheit zu stillen.

Wie viel allein das Event gekostet hat, bleibt im Dunkeln. Es ist nicht auszuschließen, dass das Budget vergleichbar mit dem der kleinsten Klubs der Liga ist: Außenseiter SKA Chabarowsk hat nämlich gerade mal sechs Millionen Euro zur Verfügung. Mit zwölf Punkten ist für die Kicker aus dem russischen Fernen Osten der Abstieg auch kaum noch zu verhindern.

Die Elf Highlights beim Confed Cup
Finale
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Vor dem Finalwochenende beim Confed Cup staunt die Fußball-Welt über Deutschland. Sogar mit der jungen B-Auswahl stürmt Joachim Löw ins Finale. Die russischen Gastgeber reagieren mit Ehrfurcht.

Leon der Profi
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Hält diese Form in der Bundesliga, ist Goretzka das Russland-Ticket für 2018 sicher. Der Junge aus dem Pott ist der Senkrechtstarter des WM-Testlaufs. Drei Tore, schnell und durchsetzungsstark. Da reift womöglich ein neuer Superstar heran.

Rewind-Taste
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Die Schiedsrichter können einem fast leid tun. Das neue Video-System sollte Fehler verhindern – und jetzt dieses Chaos. Zu oft müssen die Video-Referees die Rückspultaste drücken, bis die richtige Entscheidung steht. Ob es in der Bundesliga besser klappt?

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Hinter diesem Code verbirgt sich laut ARD-Recherchen eine positive Dopingprobe eines russischen Nationalspielers. Nicht weniger verstörend als die sich häufenden Verdachtsmomente ist der Umgang der russischen WM-Macher: Sie leugnen und diffamieren westliche Medien.

Papa Cristiano
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Eitles Gehabe? Steuerschulden? Egal. In Russland vergöttern sie Portugals Mega-Helden. Berührend, wie Ronaldo der kleinen Polina im Rollstuhl seine Jacke schenkte. Schnell gepostet war das Bild mit seinen Zwillingen nach dem vorzeitigen Heimflug.

Zar Gianni
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Die Fotos von FIFA-Chef Infantino neben Wladimir Putin beim Eröffnungsspiel werden sicher noch oft aus dem Archiv geholt. Die kritiklose Nähe zum russischen Präsidenten macht ihn angreifbar. DFB-Chef Reinhard Grindel gibt da ein besseres Bild ab.

In der Oper
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Die Chilenen sangen, die Mexikaner feierten. Ohne die Fans vom amerikanischen Kontinent wäre es aber in den Stadien arg ruhig geblieben. Deutsche Fans waren praktisch keine da. Und der Russe begeistert sich beim Fußball maximal mit Ahh- und Ohh-Rufen.

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