Fußball International
Bosnien-Kicker setzen Verband unter Druck

13 im Ausland unter Vertrag stehende bosnische Nationalspieler haben dem Fußballverband Nsbih öffentlich mit Boykott gedroht. Die unzufriedenen Kicker ließen in der Tageszeitung Dnevni Avaz einen offenen Brief abdrucken.

Der Ton im Konflikt um die Funktionäre des bosnischen Fußball-Verbandes (Nsbih) wird schärfer. In dem seit Monaten schwelenden Streit haben 13 Nationalspieler in einem offenen Brief, der in der Tageszeitung Dnevni Avaz am Dienstag abgedruckt wurde, mit einem Boykott des Nationalteams gedroht, sollte die Verbandsspitze nicht zurücktreten. Bei den Spielern handelt es sich ausnahmslos um Auslands-Profis.

Die Verbandsspitze will unterdessen Nationaltrainer Blaz Sliskovic von seinen Aufgaben entbinden. "Wir bitten um die Entlassung des Nationaltrainers und seiner Assistenten auf unserer Sitzung am Freitag", erklärte Nsbih-Vizepräsident Iljo Dominkovic. Sliskovic hatte bereits im September seinen Rücktritt erklärt, diese Entscheidung aber wieder zurückgenommen.

"Krebsgeschwür bekämpfen"

Die Nationalspieler machen hingegen Front gegen die Funktionäre."Solange diese Personen weiter im Amt sind, werden wir den Berufungen nicht nachkommen. Wir hoffen, dass diese Maßnahme ein erster Schritt ist, dieses Krebsgeschwür in unserem Fußball zu bekämpfen. Das wäre ein neuer Start für unser Nationalteam, für das unsere Herzen schlagen", hieß es in dem Brief.

In dem Schreiben werden insbesondere die Entlassungen der muslimischen, serbischen und kroatischen Vorstandsmitglieder sowie des Nationalmannschafts-Direktors gefordert. So haben Zeitungen bereits berichtet, dass die Verbandsfunktionäre in den Jahren 2001 bis 2004 rund 200 000 Euro unterschlagen und 300 000 Euro an Steuern hinterzogen haben sollen. Die Verantwortlichen weigern sich allerdings und berufen sich auf ihre jüngste Wiederwahl für eine weitere vierjährige Amtsperiode.

Barbarez bereits abgetreten

Wegen der Situation hatte Sergej Barbarez von Bayer Leverkusen, der populärste Fußballer seines Landes, jüngst seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt. "Ich bin verärgert über viele Dinge. Es gibt dort keinen Fortschritt. Nichts funktioniert in diesem Verband. Es sind chaotische Zustände", hatte Barbarez damals gesagt. Bosnien-Herzegowina hatte die EM 2004 in Portugal und die WM in Deutschland jeweils äußerst knapp verpasst. Für die Euro 2008 sieht es nach je einem Sieg und Unentschieden sowie zwei Niederlagen in der Gruppe C alles andere als gut aus.

© SID

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