Fußball International
Cannavaro wehrt sich gegen Kritik an seiner Wahl

Viele Experten äußerten sich kritisch gegenüber der Wahl Fabio Cannavaros zu Europas Fußballer des Jahres. Doch der Verteidiger von Real Madrid weist die Vorwürfe zurück und findet sich ungerecht behandelt.

Nach dem großen Lob folgt nun die Schelte. Während und nach der Weltmeisterschaft wurde Fabio Cannavaro in den höchsten Tönen gelobt. Doch nachdem Italiens WM-Kapitän nun folgerichtig zu Europas Fußballer des Jahres gewählt wurde, wird heftige Kritik an dieser Entscheidung laut. Doch Cannavaro will dies nicht einfach hinnehmen. "Die Leute scheinen ein sehr kleines Gedächtnis zu haben", meinte der 33 Jahre alte Verteidiger vom spanischen Rekordmeister Real Madrid trotzig.

"Ich habe zwei Titel mit Juventus Turin gewonnen, und bei der WM haben alle gesagt, ich sei der beste Abwehrspieler der Welt. Und nun heißt es plötzlich, man hätte die Trophäe nicht an einen Abwehrspieler geben sollen", erklärte er. Cannavaro ist nach den beiden deutschen Franz Beckenbauer und Matthias Sammer erst der dritte Defensivspieler, der den Goldenen Ball in Paris in Empfang nehmen durfte.

FC-Arsenal-Teammanager Arsene Wenger, der französische Nationaltrainer Raymond Domenech, Gerard Houllier vom französischen Meister Olympique Lyon und der frühere italienische Nationalcoach Arrigo Sacchi hatten die Ernennung Cannavaros teilweise heftig kritisiert. "Houllier hat gesagt, das sei verrückt", meinte Cannavaro: "Ich respektiere seine Meinung. Aber den Goldenen Ball habe ich zu Hause stehen."

Cannavaro: "Abwehrspieler haben den gleichen Wert wie Stürmer"

Der Italiener sieht sich sogar als Vorreiter für lange unterschätzte und übergangene Kollegen. "Verteidiger wie Paolo Maldini, Franco Baresi, Fernando Hierro, Marcel Desailly oder Lilian Thuram haben diesen Preis nie gewonnen, obwohl sie es verdient gehabt hätten", betonte er: "Dabei haben Abwehrspieler den gleichen Wert wie Stürmer. Spiele gewinnst du, wenn die Abwehrspieler gut verteidigen."

Cannavaro gehört gemeinsam mit dem Franzosen Zinedine Zidane, der seine Karriere inzwischen beendet hat, und dem Brasilianer Ronaldinho von Champions-League-Sieger FC Barcelona auch zu den Kandidaten bei der Wahl des Weltfußballers.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%