Fußball International
Conmebol-Chef soll Zahlungen kassiert haben

Der Präsident der südamerikanischen Fußball-Konföderation Conmebol Nicolas Leoz soll im Jahr 2000 Schmiergelder über ein Liechtensteiner Bankkonto erhalten haben.

Nicolas Leoz, seit 1986 Präsident der südamerikanischen Fußball-Konföderation Conmebol, steht unter dem Verdacht, Gelder von der im Mai 2001 in Konkurs gegangenen Vermarktungs-Agentur ISL bzw. Ismm erhalten zu haben. Dies geht aus staatsanwaltlichen Ermittlungen hervor, die am ersten Prozesstag gegen sechs Exekutiv-Mitglieder von ISL bzw. Ismm am Dienstag publik gemacht wurden.

Angeblich soll der 79-jährige Paraguayer im Januar und Mai 2000 über ein Liechtensteiner Bankkonto insgesamt umgerechnet 84. 600 Euro (130 000 Dollar) erhalten haben. Leoz soll auf einer langen Liste von Geldbeziehern gestanden haben. Im Prozess muss nun der Beweis erbracht werden, dass es sich bei den gezahlten Geldern um Schmiergeld-Zahlungen gehandelt hat. Bislang stand Leoz, Mitglied des Exekutvikomitees des Weltverbandes Fifa, nie unter Verdacht, an Unregelmäßigkeit beteiligt gewesen zu sein.

Freiheitsstrafen stehen im Raum

In der 228 Seiten umfassenden Klageschrift gegen die ISL- bzw. Ismm-Manager werden Freiheitsstrafen zwischen drei und viereinhalb Jahren gefordert. Die Zuger Staatsanwaltschaft hat wegen Veruntreuung, Betrug, Urkundenfälschung sowie Gläubigerschädigung ermittelt. Das Schweizer Unternehmen war einst der größte Vermarkter von TV- und Marketing-Sportrechten.

Die Fifa selbst hatte Ende Mai 2001 Strafanzeige gegen zwei Personen wegen Betrug und Veruntreuung erstattet. Ein Zuger Untersuchungsrichter eröffnete daraufhin ein Verfahren, das trotz der Rücknahme der Klage durch die Fifa (2004) ausgeweitet und an die Staatsanwaltschaft überwiesen wurde.

ISL (International Sport and Leisure) war über 20 Jahre lang die Marketing-Agentur der Fifa. Bei der Pleite hatte die Firma rund 210 Mill. Euro Verbindlichkeiten. Bei dem Verfahren könnte es Erkenntnisse darüber geben, ob und inwieweit Bestechungsgelder geflossen sind, um an lukrative Aufträge - vor allem die exklusive Vermarktung von Fußball-Weltmeisterschaften - heranzukommen.

© SID

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